Haiti: Feste Unterkünfte und Schulbildung
von Steve Theobald
Ich treffe eine Frau in einer kleinen Zeltsiedlung (rund 20 Zelte) in Port-au-Prince. Sie lebt dort mit ihrer Familie, inklusive einem zwei Monate alten Baby. Eine Gruppe von Jugendlichen hatte eine winzige Solarzelle gerettet. Ihr langer Draht führt zu etwas, das früher einmal eine Motorradbatterie gewesen sein muss. Die Garantie ist definitiv vor langer Zeit abgelaufen. Ein anderer Draht führt zu einem CD-Spieler. Der Saft reicht nicht aus, um eine CD zu drehen, aber das Radio funktioniert.
Ich frage die Jugendlichen, was sie gerne im Radio hören würden. Die Antwort ist immer gleich: Sie wollen wissen, wann endlich der Wiederaufbau beginnt. Sie wollen wieder in die Schule gehen.
Der erste Regen
Wenn man in Port-au-Prince die richtige Straße zur richtigen Zeit entlang fährt, könnte man fast vergessen, dass es hier ein großes Erdbeben gab. Blumen blühen, die Häuser stehen schmuck am Straßenrand und die Menschen gehen ihren alltäglichen Geschäften nach. Es ist eine Illusion. Eine, die ein kürzlich niedergehender Regenguss fort gewaschen hat. Jedoch sind die vielen wunderschönen Blüten, die über die hohen – teilweise brökelnden Mauern – ranken echt, aber auch in gewisser Weise surreal. Die Häuser stehen leer.
Jede Katastrophe hat ihren Preis
Straßenmärkte füllen sich mit Händlern, die Obst, Gemüse, Schampoo und Schuhe verkaufen. Der lokale Baumarkt hat seine Lager gefüllt. Das Problem ist, dass die Preise seit dem Erdbeben in schwindelerregende Höhen geschossen sind. Die Arbeitslosigkeit ist enorm, darum ist das Geschäft nicht gerade lebhaft.










