
Amy Wang von Plan USA unterstützt unsere Kolleginnen und Kollegen in Haiti. Hier ihre Beschreibung.
Ich sitze auf einem Mauervorsprung bei der L’Ecole Frere Clement, eine der Schulen, die Plan in Jacmel im Südosten von Haiti unterstützt. Es ist fast Mittagszeit. Das bedeutet, dass in der Schule, die das Gebäude nutzt, der Unterricht zuende geht und die nächste Schule am Nachmittag mit dem Unterricht beginnt.
Kinder in blaukarierten Uniformen – oder Gelb und Grün, je nachdem zu welcher Schule sie gehören - strömen an mir vorbei. Sie rufen entweder „bonjour!“ oder winken schüchtern. Die Mutigeren unter ihnen rufen „blan!“. Und ganz egal wie gut ihr Französisch oder Englisch ist, fast alle schenken mir ein breites Lächeln, während sie gleichzeitig überlegen was ich hier mache.

Zelt-Klassenräume werden ersetzt
Heute ist ein besonderer Tag, weil wir mit dem Bau der Übergangsgebäude beginnen, die nach und nach die Zelte und Sonnenschutzplanen ersetzen sollen, die Plan als Soforthilfemaßnahme aufgestellt hatte. Unsere Übergangsklassenräume sind stabiler. Sie gelten nach den Standards als Hurrikan- und Erdbebensicher. Im Juni startet die Hurrikan-Saison, deshalb ist es mehr als dringend, dass sie so schnell wie möglich gebaut werden.
In Zusammenarbeit mit dem Bildungsministerium haben wir die Standorte für diese Klassenräume identifiziert. Das Pilotgebäude für L’Ecole Frere Clement soll als Modell für weitere Klassenräume dienen.
Der erste Spatenstich
Trotz der unerträglichen 35 Grad, sind alle ganz aufgeregt, weil nach der Arbeit des letzten Monats, heute endlich der erste Spatenstich gemacht wird. Ein Team setzt schon in der provisorischen Werkstatt den Dachstuhl zusammen und andere Arbeiter messen das Fundament aus.

Unterstützung von Experten
Architekt Jack Ryan hat die Baupläne entworfen und überschaut das Projekt. Er wird in den nächsten zwei Wochen mit den einheimischen Bauarbeitern zusammenarbeiten, um sicher zu stellen, dass die Arbeiter das entsprechende Know-how erlangen, um den Vorgaben folgen zu können. Es gilt die baulichen Fehler zu vermieden, die zu der Katastrophe nach dem Erdbeben führten.
Als Baumaterial wird in erster Linie Holz benutzt, weil es flexibel und gleichzeitig stabil ist und deshalb Naturkatastrophen eher stand halten kann. Dazu kommen leichte Wellblechdächer, die weiß gestrichen werden, um die Hitze abzuhalten. Beton wird nur für das Fundament der Schule benutzt.