Autoren Archiv - alle Artikel von Julia Fritsch

 
 

Rituale des täglichen Lebens

von Julia Fritsch

Jeden Morgen in der Woche spielt sich vor meinem Gebäude im Zentrum von Maputo das gleiche Prozedere mit denselben Charakteren ab. Schon seit meiner ersten Woche hier bin ich Teil dieses Ablaufs geworden.

Die Straße vor meinem Haus ist eine der Hauptstraßen von Maputo. Gegenüber liegt eines der Top-Hotels der Stadt, in dem Sitzungen hochrangiger Politiker stattfinden. Letzte Woche wurde der rote Teppich für den portugiesischen Premierminister ausgerollt und die Straße war den ganzen Morgen voll mit Polizei und diplomatischen Fahrzeugen.  Auf dem Mittelstreifen sind neben Bäumen eine Reihe von Parkplätzen. Direkt vor meinem Haus sind vier oder fünf davon für Taxis reserviert. Auf der linken Seite von meinem Eingang ist eine Filiale des Stromanbieters “Dependencia da Polonia“, bei der täglich Trauben von Menschen ihre Stromrechnungen bezahlen. Rechts vom Eingang ist ein Ausstellungsraum der “Associacao Fotografica de Mocambique“, dahinter liegt eine Wechselstube und ein kleiner Eckladen.


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Mosambik: Mein erster Arbeitstag

von Julia Fritsch

Heute war mein erster Arbeitstag und der erste Tag, an dem meine Tochter in die Kita ging und später bei der Nanny war. Und es lief mit ihr fantastisch gut!

Der erste Tag im Länderbüro war auch sehr gut. Immer noch entspannt, aber das wird sich sicherlich bald ändern. Ich werde morgens abgeholt und nachmittags nach Hause gebracht – welch Luxus. Heute jedoch wartete ich eine Stunde vor dem Gebäude auf das Auto, aber das ist hier normal und es ist so viel auf der Straße los, dass das Warten gar nicht langweilig wird. Nach einer Weile fing ich an, mit dem Sicherheitsbeamten der Bank im Erdgeschoss zu plaudern. Er hatte sich schon mit meiner Tochter angefreundet und grüßt mich seitdem mit “Mãe da L.” Wir sprachen über Deutschland und Mosambik und was er mit den 350 Euro machen könnte, die ein Deutscher von der Regierung erhält, wenn er keine Arbeit hat (wie ich ihm erzählt hatte).


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Los geht’s

von Julia Fritsch

Julia Fritsch nimmt am Trainee-Programm von Plan Deutschland teil. Dazu gehört auch ein dreimonatiger Aufenthalt in einem Programmland. Frau Fristch hält sich zur Zeit zusammen mit ihrer kleinen Tochter in Mosambik auf und unterstützt die Kollegen dort bei der Formulierung eines EU-Antrags.

Mein zweiter Tag in Maputo geht zu Ende. Wir sind in unserem neuen Heim angekommen, nachdem wir die letzte Nacht in einem sehr schönen Hotel verbracht hatten, das vom Plan Länderbüro für uns gebucht wurde. In den ersten Stunden machte ich mir Sorgen, ob es mir gelingen würde, mich schnell einzuleben. Und insbesondere, ob Meine Tochter damit klar kommt, den Großteil ihrer Zeit mit fremden Menschen zu verbringen. Plötzlich kam das Gefühl auf, dass diese Reise hierher eine ziemlich verrückte Idee war. Ich hatte vergessen, wie es sich anfühlt, an einem völlig fremden Ort anzukommen, wo etwas einfaches, wie Geld wechseln, zu einer Herausforderung wird. Aber nach ein paar Stunden wurde es besser. Ich hatte ebenfalls unterschätzt, wie schnell ich in den Mache-diesen-seltsamen-Ort-zu-deinem-Heim-Modus schalten konnte. Zwei Dinge haben offensichtlich ganz besonders geholfen: Erstens waren die Leute aus dem Plan-Büro extrem nett und hilfsbereit – ich erhielt ihren ersten Anruf bereits fünf Minuten, nachdem ich das Hotelzimmer betrat. Und zweitens,  reichte mein Portugiesisch aus, um mit den Menschen in ihrer eigenen Sprache zu kommunizieren.


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