Autoren Archiv - alle Artikel von Josef Decosas

 
 

Typisch Südafrika?

von Josef Decosas

Nelson Mandela Platz in Johannesburg, Südafrika (Foto: Tim van Rooyen)Es ist Sonntag Abend. Ich bin im Oliver Tembo International Flughafen von Johannesburg (Südafrika) und höre zum ersten mal von den Ausschreitungen gegen Einwanderer in der Stadt. Ich bin auf dem Heimweg nach einer dreitägigen Aufsichtsratssitzung des Southern African AIDS Trusts (SAT), einer regionalen Aids Organisation die ich vor beinahe 30 Jahren mitgegründet hatte. Drei Tage in einem Konferenzzimmer in dem Luxusviertel Sandton.

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Eine starke Gemeinschaft

von Josef Decosas

Ein Lastwagen (hinten)An der Grenze faengt es an zu regnen. In wenigen Minuten ist alles nass, auch mein Gepaeck, das hinten auf der Ladeflaeche des Pickups liegt. Wir sind zu viert in der Kabine, und da ist kein Platz fuer Koffer. Der Grenzuebergang ist mit einigen Dutzend Lastwagen verstopft. Sie sind nebeneinander geparkt, in Zweier- und Dreierreihen auf beiden Seiten der Grenze, in Uganda und in Kenia. Wir koennen uns kaum durchschlaengeln.

Dies ist die Lebensarterie Ugandas und Zentralafrikas. Diese Strasse verbindet den Hafen von Mombasa mit dem Inneren Afrikas. Einige Wochen lang war sie gesperrt, als in Kenia um den Ausgang der umstrittenen Praesidentenwahlen gekaempft wurde. Jetzt ist sie wieder offen und die Tankwagen und Container-Brummis sind wieder unterwegs. Anscheinend besteht Nachholbedarf, darum herrscht hier Chaos.


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Auf einem Fahrradtaxi

von Josef Decosas

Ein Fahrradtaxi mit Sitzpolster auf dem GepäckträgerSam ist heftig am Schwitzen. Meine 95 Kilogramm machen ihm zu schaffen. Aber er laesst nicht nach. Schliesslich kann er von mir ja auch den doppelten Preis verlangen, und er weiss ich werde ohne Protest zahlen.

Sam ist mein Taxifahrer, der mit viel Schweiss und Muehe den sanften Anstieg der Hauptstrasse Kisumus bekaempft, waehrend ich auf dem gepolsterten Ruecksitz seines chinesischen Fahrrads Marke Hero mein schlechtes Gewissen pflege. Vorbei am ausgebrannten Supermarkt, vor einem Monat gepluendert aus Rache an einer angeblich gestohlenen Präsidentschaftswahl in dieser Hochburg der damaligen Oppositonspartei Kenias. Jetzt ist wieder Frieden im Land. Es wird an einer grossen Koalition geschmiedet. Der ehemalige Oppositionsfuehrer aus Kisumu ist jetzt Kanzler geworden, aber die geschwaerzten Ruinen in dieser Provinzhauptstadt am Ufer des Viktoriasees erinnern an einige heisse Wochen.

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Ghana: Unter dem Baobab

von Josef Decosas

Josef Decosas und seine Kinder Sandra und RiaLasst mich zuerst einmal mich vorstellen. Ich komme aus Rostock, aber seit 40 Jahren kenne ich Deutschland nur noch als Urlaubsziel. Vier bis fuenf Wochen Deutschland im Jahr. Am Anfang ja nur im Westen.

Ich sitze in meinem Buero auf einem Berg, der das Delta des Densu Flusses ueberschaut. Das Buero habe ich vor zehn Jahren selbst gebaut, damals in einer einsamen Gegend an der Stadtgrenze von Accra. Jetzt wurde es schon lange von der kriechenden Vorstadtgrenze ueberholt.

Um mich herum wachsen abenteuerliche Villen, allen voran die gruen angestrichene Monstrositaet meines Nachbarn, John Mensa, zur Zeit Kapitaen der ghanaischen Fussball-Nationalmannschaft, die in Accra um den afrikanischen Titel kaempft. Den “Felsen von Gibraltar” nennt man ihn, und natuerlich ist er Verteidiger.

Aber der Blick auf die Ebene und auf die kilometerlangen Atlantikstraende verbleibt.


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