Autoren Archiv - alle Artikel von Claire Grauer

 
 

Hier leben die Wasserbüffel

von Claire Grauer

Eine der interessantesten Erfahrungen meines Projektbesuchs auf den Philippinen vor einigen Wochen war der Besuch des Wasserbüffel-Projektes bei den Mangyan. “Die Mangyan“ sind eigentlich Angehörige sieben verschiedener indigener Gruppen, die im hügeligen Binnenbergland der Insel Mindoro leben. Manche Mangyan-Gruppen leben so zurückgezogen, dass sie noch nicht einmal Kontakt zu anderen Mangyan wünschen. Andere pflegen Handelsbeziehungen zu den Küstenbewohnern. Plan arbeitet mit einigen der Gruppen zusammen – führt Gesundheits- und Bildungsprojekte durch und eben das Wasserbüffel-Projekt.


Den ganzen Beitrag lesen »

Kinder schützen Küsten II

von Claire Grauer

Ebenso engagiert wie die Kinder in Caga-ut sind die Mädchen und Jungen aus Caridad. Drei von ihnen haben an einer von Plan organisierten Studienreise in eine andere Region der Philippinen teilgenommen. Dort führt Plan ebenfalls Maßnahmen zum Küstenschutz durch. Manch Erwachsener aus Salcedo, so erzählt mir der dortige Plan-Projektkoordinator, hat vor dieser Reise am Sinn des Projektes gezweifelt. Doch nach den Gesprächen mit Bewohnerinnen und Bewohnern der Küstendörfer in Camotes, die schon die positiven Auswirkungen des verbesserten Küstenschutzes spürten, waren die Teilnehmer überzeugt und kehrten voller Motivation, es ebenso gut zu machen, nach Salcedo zurück.

Die Präsidentin des Kindervereins von Caridad erzählt, dass die Mädchen und Jungen bereits einige Küstenabschnitte von Müll gereinigt haben. Auch wollen sie gerne Mangroven pflanzen. Und schließlich möchten sie gerne an der Überwachung der Meeresschutzgebiete beteiligt werden– allerdings ist dies mit Gefahren verbunden, so dass dies doch besser weiterhin die Erwachsenen übernehmen.

Das Wichtigste, was Plan mit diesen Maßnahmen fördert, ist aber sicher das Bewusstsein, sowohl bei Kindern wie auch bei den Erwachsenen, dass alle Menschen aktiv dazu beitragen müssen, dass die Ökosysteme der Küsten geschützt werden müssen. So erzählt denn auch eine Mutter, dass ihre Tochter in der Schule einen Film über die Thematik gesehen hat. Seitdem erklärt das Mädchen ihrer Mutter, wie wichtig Mangroven für die Küsten und ihre Bewohner sind. Dies zeigt: Die Kinder sind sehr wichtige “Anwälte” in Umweltdingen.

Aber die Erwachsenen merken auch an ganz handfesten Dingen schon den Erfolg des von ihnen angestoßenen Projektes: Die Fischer aus Caridad berichten, dass sie rund um ihr Wachhaus, nahe des Schutzgebietes steigende Anzahlen an Jungfischen beobachten.

Kinder schützen Küsten auf den Philippinen

von Claire Grauer

Der Ort: Salcedo, Provinz East Samar, Philippinen
Die Akteurinnen und Akteure: Mädchen und Jungen der zur Gemeinde Salcedo gehörenden Dörfer

Vom Pazifik kommende Taifune prallen als allererstes auf die Küsten der philippinischen Provinz East Samar. Dort richten sie verheerende Schäden an. Siedlungen werden zerstört, Lebensmittelvorräte verderben, Menschen und Tiere kommen zu Schaden. Einen natürlichen Schutz für die Küstenbewohner bieten Mangroven, die jedoch in der Vergangenheit oft abgeholzt wurden – Feuerholz ist knapp. Auch durch andere menschliche Eingriffe ist das besondere Ökosystem der Inseln und ihrer Küsten bedroht. Dynamitfischen zerstört Korallen und dezimiert Fischpopulationen, Abholzung von Wäldern in höheren Lagen führt zu Erdrutschen und Überflutungen im Flachland.

Doch langsam ändert sich das Bewusstsein der Menschen und immer mehr Küstenanwohnerinnen und –anwohner werden zu Umweltschützern. Mit Unterstützung durch das Auswärtige Amt führt Plan in der Gemeinde Salcedo zurzeit ein Pilotprojekt im Bereich des Küstenschutzes durch. Wie immer spielen die Kinder eine besonders wichtige Rolle. Sie nehmen an allen Projektaktivitäten teil – von der Planung bis zur Durchführung. Und sie freuen sich schon jetzt auf die Zeit, wenn sie erwachsen sind und ihren Kindern die Schönheit ihrer Küsten zeigen können.

Bei meinem Besuch in mehreren Dörfern im Umland von Salcedo bin ich sehr beeindruckt vom großen Engagement der Kinder. Hier ein Beispiel:


Den ganzen Beitrag lesen »

Zwei Familien und ihre Kühe

von Claire Grauer

Vor einiger Zeit hatte ich etwas ausführlicher darüber berichtet, wie ich mir die Auswahl und die Verteilung von Milchkühen durch Plan Ruanda angesehen habe. Heute folgt der dritte und letzte Bericht über den Besuch bei zwei Familien, die beispielhaft für die vielen Menschen stehen, welche in den letzten Monaten eine Kuh in Empfang nehmen konnten.

Wie während der letzten beiden Besuche im Projektgebiet, ist das Plan-Auto bei der Abfahrt in Kigali auch an diesem Morgen bis auf den letzten Platz besetzt, da so gut wie täglich Kolleginnen und Kollegen zwischen Plan und dem Büro im Programmgebiet Gatsibo pendeln müssen. Heute sind noch drei weitere Passagiere dabei: der Distriktveterinär des Gatsibo-Distriktes, ein Besamungstechniker der staatlichen ruandischen Tierzuchtbehörde sowie ein Journalist, der eine Dokumentation über das Projekt erstellt.


Den ganzen Beitrag lesen »

Beim Viehhändler

von Claire Grauer

Beim letzten Mal habe ich beschrieben, wie Plan die Verteilung der Milchkühe an die Empfängerfamilien organisiert. Aber woher kommen die Kühe eigentlich? Vom Viehhändler – soviel wusste ich bereits, bevor ich nach Ruanda kam. Welch aufwändiges Verfahren aber wirklich dahinter steckte, das war mir überhaupt nicht bewusst und daher folgt nun eine kurze Beschreibung des “Milchkuh-Auswahlprozesses”, dessen Zeugin ich im November 2008 war.

Auswahltage beginnen früh – um sechs Uhr morgens starteten wir in Kigali. Wie beim letzten Mal sind einige Plan-Mitarbeiter dabei, die Hauptrolle spielen heute jedoch eine Frau und zwei Männer, Vertreter der Plan Gemeinden, die, beraten vom Distrikttierarzt aus Gatsibo, die Auswahl der Tiere treffen. Ein weiterer Mann fehlt heute, er absolviert im Rahmen des Kuh-Projektes gerade seine Ausbildung zum tierärztlichen Assistenten.

Den ganzen Beitrag lesen »

Viele Kühe und ein Präsidentenhubschrauber

von Claire Grauer

Wir sind auf dem Weg nach Gatsibo im Nordosten Ruandas und ich bin gespannt, sehr gespannt, denn heute werde ich dabei sein, wenn 118 Familien je eine Milchkuh bekommen. Wir, das sind vier Kolleginnen und Kollegen von Plan Ruanda, ich Mitarbeiterin von Plan Deutschland und ein Journalist.

Als wir nach etwa 90-minütiger Fahrt von der Hauptstadt Kigali aus in Gatsibo ankommen, ist es 10:00 Uhr morgens und schon sehr heiß. Ich frage mich, warum ich ausgerechnet eine schwarze Bluse anziehen musste… “Halt! Kein ‘Jammern auf hohem Niveau’”, denke ich jedoch, als ich die vielen Menschen sehe, die auf der Wiese neben einem Tiergehege warten, bestimmt schon ein, zwei Stunden oder noch länger. Alte, Junge, Frauen, Männer und natürlich viele Kinder sitzen oder stehen in der prallen Sonne. Ein Teil der Mädchen und Jungen trägt ihre Schuluniformen, wie oft in Ostafrika, wenn es einen besonderen Anlass gibt. Manche Menschen schützen sich mit Regenschirmen vor der Sonne, aber die meisten halten so durch.

Den ganzen Beitrag lesen »