Entwicklungshelfer geben Menschlichkeit ein Gesicht
von Freddy Hansmann - Administratorin
Ein Beitrag von Plan Mitarbeiter Davinder Kumar anlässlich des 19. Augustes, Tag der humanitären Hilfe.
Sie sind dort draußen, immer zu, häufig die ersten Menschen, die irgendwo eintreffen. Wir haben sie beim Versorgen von unterernährten Kindern und verhungernden Menschen am Horn von Afrika gesehen. Wir haben uns auf ihre Augenzeugenberichte gestützt, die sie mit Hilfe von Webcams aufgenommen haben, als abgezehrte, verstörte Gesichter die wahren Ausmaße von Japans Tsunami und der nuklearen Katastrophe enthüllten. Wir haben über sie gelesen, wie sie Babys in überfüllte Notunterkünfte in den von der Flut betroffenen Provinzen Pakistans brachten. Wir haben sie gesehen, wie sie Menschen lebendig aus den Trümmern im zerstörten Haiti geborgen haben.
In den letzten paar Jahren sind wir Zeugen einiger der herausfordernsten Katastrophen, Naturereignisse und Konflikte geworden. Die Kapazitäten und Ressourcen der Nationen sind bis an ihre Grenzen ausgedehnt worden und die Gemeinden haben harte Prüfungen des Überlebens, Durchhaltens und des Wiederaufbaus durchleiden müssen. Entwicklungshelfer reichen an den entlegensten Stellen der Welt und in den zurückgezogensten Gemeinden jeden Tag Millionen bedürftiger Menschen die Hand.
Trotz der chaotischen Verhältnisse in Krisen und der reinen Herausforderung, alle die zu erreichen, die Hilfe benötigen, setzen Entwicklungshelfer die Messlatte für humanitäre Hilfe unermüdlich überall auf der Welt höher. Sie retten Leben in Äthiopien, beschützen Kinder in Afghanistan, geben der Jugend in Ägypten Berufsqualifikationen, registrieren Geburten in Vietnam, liefern sauberes Trinkwasser in Kolumbien oder setzen sich für die Rechte von Mädchen in Bangladesch ein. Über Grenzen von Nationen, Religionen und Kulturen hinweg sind Entwicklungshelfer im Einsatz und zum verbreiteten Gesicht von Menschlichkeit geworden.
Sie sind eine wachsende Kraft engagierter Menschen wie René in den Philippinen, der acht Stunden lang wandert, um die indigenen Stämme in den dichten Regenwäldern von Occidental Mindoro zu erreichen. Diese Kraft stützt sich auf den Enthusiasmus von Gemeindearbeitern wie Anubhay in Indien, die sich mit selbst entwickelten Liedern und Theaterstücken gegen die Abtreibung weiblicher Föten in den Dörfern von Uttar Pradesh einsetzt. Sie wird durch Freiwillige wie den 17 Jahre alten Venance in Liberia geführt, der dafür sorgt, dass ivorische Flüchtlingskinder in der Provinz Grand Gedeh Bildung erhalten und nicht als Straßenkinder enden.
Aber die Entwicklungshelfer sind nicht immun gegenüber den Gefahren der extremen Herausforderungen, die sie für Andere mildern. Weit entfernt von ihrem Zuhause, trotzen Entwicklungshelfer großen Gefahren und arbeiten viele Stunden unter den schwierigsten Umständen. Sie sind in Gegenden tätig, die häufig isoliert, gefährlich und schwierig sind. Sie befinden sich oft an vorderster Front bei Katastrophen und Konflikten während sie Menschen helfen, unabhängig davon wer diese sind und woher sie kommen.
Besonders in den letzten Jahren sind die Gefahren bei humanitären Einsätzen stark gestiegen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Hilfsorganisationen werden immer häufiger Opfer gezielter Angriffe und Entführungen. In den vergangenen zehn Jahren haben 780 Entwicklungshelfer bei der Ausübung ihrer Tätigkeit ihr Leben verloren. Allein 2010 wurden 242 Hilfsarbeiter getötet, verletzt oder entführt. Viele haben ihre Kollegen und Geliebten verloren.
Während Sie diese Zeilen lesen, sind Hunderte von Entwicklungshelfern am Horn von Afrika unterwegs, um Hilfe zu leisten. Über 12 Millionen Menschen in Ostafrika kämpfen gegen den Hunger, der durch eine katastrophale Kombination aus Dürre, Konflikten und steigenden Nahrungsmittelpreisen verursacht wurde.
Am 19. August, dem Welttag der humanitären Hilfe, soll das Engagement der Entwicklungshelfer gewürdigt und der Verstorbenen gedacht werden. Es sind nicht politische Parteien oder Nationen, sondern engagierte Einzelpersonen, welche die meiste Arbeit vor Ort leisten. Damit wir alle in Sicherheit und Würde leben können, arbeiten sie stellvertretend für die Menschheit. Hinter den Logos der Hilfsorganisationen, den aufgesprungenen Lippen, übernächtigten Blicken und Wanderstiefeln liegen unzählige, nicht erzählte Geschichten von großer menschlicher Anstrengung und Wärme.
Die letzten Artikel von Freddy Hansmann - Administratorin:
- Ein Jahr nach der Dreifach-Katastrophe in Japan - 09.03.2012
- 8. März – Welt-Frauentag - 08.03.2012
- Frühe und Zwangs- Heirat – ein Thema für junge Mädchen? - 29.02.2012
- Postkarten aus Amerika - Die Geschichte einer Patenschaft - 21.02.2012
- Ägypten: Für Mädchenrechte und gegen weibliche Genitalverstümmelung - 06.02.2012








21. September 2011 um 09:58
Liebe Frau Hansmann,
für die Veröffentlichung dieses Artikels von Davinder Kumar möchte ich Ihnen und ihm besonders danken!
Die beschriebenen Helfer vor Ort leisten wirklich Unglaubliches und bringen sich in zweifacher Hinsicht in Gefahr: ein Mal durch ihren vorbildlichen Einsatz unter den unübersichtlichen und riskanten Bedingungen nach Katastrophen und zum anderen zunehmend durch die geschilderten Angriffe und Entführungen. Da entsteht die bange Frage, wie lange Menschen überhaupt noch bereit sind, sich so selbstlos für ihre Mitmenschen einzusetzen…
Eine sehr gute Idee, dass Sie in “Weltgeschichten” ihren Einsatz beschrieben und gewürdigt haben!
C.K.
22. September 2011 um 10:50
Liebe Claudia,
herzlichen Dank für diesen Kommentar!
mit freundlichen Grüßen,
Freddy Hansmann