Mehl bis zu den Ellenbogen
von Freddy Hansmann - Administratorin
Von Plan UK Mitarbeiterin Rose Foley.
Überall sind Kinder mit vor Mehlstaub weißen Armen. An jedem freien Platz in Plans Nahrungsmittelausgabe in Wondogenet in SNNPR im Süden Äthiopiens tauchen Kinder in Säcke von Mehl ein, helfen ihren Müttern dabei, die ausgeteilten Nahrungsmittel aufzuteilen. Es gibt verschiedene Sorten Mehl, angereichertes Öl und eine laktosehaltige Paste. Kinder und stillende Frauen gehören zu den am stärksten gefährdeten Menschen in der aktuellen Nahrungsmittelknappheit in Süd-Äthiopien. Viele sind unterernährt, dünn und krank hier angekommen. Plan gibt ihnen zusätzliche, nahrhafte Lebensmittel, um ihre gesundheitliche Verfassung zu verbessern.
Ich gehe um eine Ecke und da ist Yoseph. Ihn habe ich am Montag getroffen, er humpelte vor Schmerzen, die auf die Mangelernährung zurückgehen. Heute strahlt und lächelt sein eingefallenes Gesicht. Er hat gerade eben Lebensmittel erhalten. Stolz sitzt er auf einem Sack Mehl und ruht sein Bein aus, eine Flasche mit Öl in seiner Hand. „Heute ist ein guter Tag“, sagt er zu mir.
Die achtjährige Belanesh trägt ihren Babybruder auf dem Rücken, mit schaukelnden Bewegungen versucht sie sein hungriges Weinen zu beruhigen. Ihr Kleid ist mit Mehl bestäubt. Ihre Mutter Kabiwish nimmt die Zwillingsbabys und stillt sie während sie ihren Anteil an Öl entgegen nimmt, sie erklärt: „Ich habe meinen Anteil zusammen mit einer Gruppe anderer Frauen erhalten. Wir teilen alles, was wir bekommen gerecht auf.“
Am Montag erzählte mir Belanesh, wie traurig sie ist, weil ihr Bauch so leer sei. Heute lächelt sie schüchtern und lacht sogar ein bisschen, als ich sie frage, wie sie sich fühlt. (siehe dazu Blog Beitrag von Rose Foley hier.)
Bäuche wie ihren zu füllen ist die oberste Priorität, wenn Menschen nicht genug zu essen haben. Aber Plans Mitarbeiter müssen auch hinter die unmittelbaren Bedürfnisse schauen. In Zeiten von Hunger brauchen Kinder besonderen Schutz, weil Familien gezwungen sind, ihre Routine zu unterbrechen und weite Wege zurücklegen. Der Schulbesuch wird unterbrochen und der zusätzliche wirtschaftliche Druck auf die Familien kann dazu führen, dass ihre Kinder arbeiten müssen, um etwas zum Einkommen beizutragen. Mädchen sind davon besonders gefährdet – sie müssen häufig noch mehr Verantwortungen zuhause übernehmen und sind der Gefahr von sexuellem Missbrauch ausgesetzt.
Während also die essentiellen Bedürfnisse gestillt werden an Plans Nahrungsmittelausgabe, arbeiten hinter den Szenen Plan-Mitarbeiter in den Gemeinden und Schulen im südlichen Äthiopien daran, Kinder und ihre Familien vor den langfristigen Konsequenzen dieser Nahrungsmittelkrise zu schützen.
Weitere Informationen zur Nahrungsmittelknappheit in Ostafrika findet Ihr unter Aktuelles auf der Plan Homepage.
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