Adama, ein Mädchen von der Elfenbeinküste
von Freddy Hansmann - Administratorin
Plan Liberias Nothilfe in den Regionen Nimba und Gedeh bietet Tausenden Flüchtlingskindern aus der Elfenbeinküste Schutz. Die Kinder können spielen, lernen und mit psychosozialer Betreuung das Erlebte verarbeiten. Viele Flüchtlingskinder sind traumatisiert und wurden von ihren Eltern getrennt. So wie Adama, ein 15-jähriges Mädchen, das uns von ihrer Flucht berichtet.
Adama ist eines der Mädchen, die in Nimba untergekommen sind, wo Plans Nothilfemaßnahmen durchgeführt werden. Zusammen mit ihrer 7 Jahre alten Schwester und 30 weiteren Flüchtlingen von der Elfenbeinküste lebt sie beim Dorfobersten und seiner 12-köpfigen Familie.
Im Februar floh Adama mit ihrer Mutter, ihrem 19-jährigen Bruder und der 7-jährigen Schwester aus der Elfenbeinküste. Auf der Flucht nach Liberia riss der Kontakt zum Vater, der bereits einen Monat zuvor losgezogen war, ab. Adamas Mutter ist schwer krank und musste durch den dichten Wald und über die Grenze nach Liberia getragen werden. Weiter als bis zur ersten Stadt ging es nicht, sie war zu schwach. Die sechs Tage dauernde Reise hatte sie zusätzlich geschwächt. Adama und ihre Familie blieben eine Woche in Gborplay, aber aus Angst, die Unruhen könnten ins Grenzgebiet gelangen, wollten sie weiterziehen. Ihre Mutter konnte Gborplay nicht verlassen, schickte aber Adamas Bruder mit den beiden Mädchen in eine Gemeinde, die einige Kilometer weiter von der Grenze entfernt ist, damit sie dort Hilfe bekommen konnten. Es ist eine der Gemeinden, in denen Plans Nothilfe und Betreuung den Schutz der Kinder stützen.
Adamas Bruder wollte die Mutter nicht allein in der Obhut von Fremden lassen und kehrte zu ihr zurück, sobald er seine Schwestern zu der Gemeinde gebracht hatte. Einmal pro Woche läuft er den weiten Weg, um nach den Schwestern zu sehen.
„Ich fühle mich allein.“
„Ich habe Angst, wegen dem, was ich in meinem Land gesehen habe“, erzählt uns Adama. „Ich fühle mich allein, weil ich nicht weiß, wer mich beschützt, wenn mir jemand Böses will.“ Adams kleine Schwester nimmt Plans Bildungsangebot wahr uns geht in den Unterricht für Grundschüler.
Sie sagt: „Wenn ich in der Schule bin, vergesse ich den Krieg und die schlimmen Sachen, die ich gesehen habe. Ich fühle mich gut, wie zuhause.“ Ihre große Schwester Adama passt gut auf sie auf. Adama selbst besucht mit anderen Jugendlichen die von Plan eingerichteten Lern- und Sportgruppen. Die Angebote zum Lernen, Spielen und Beschäftigung geben den Flüchtlingskindern das Gefühl von Normalität. Zudem können sie die traumatischen Erlebnisse der Unruhen und der Flucht mithilfe der psychosozialen Betreuung besser verarbeiten.
Weitere Kinder berichteten unseren Kollegen von Plan Liberia von ihrer Flucht.
Plan Deutschland hat seine Nothilfemaßnahmen um 50.000 Euro erweitert, um mehr Kinder wie Adama und ihren Geschwister zu unterstützen und ihnen Schutzräume zu bieten. Lest hierzu auch den Beitrag unter Aktuelles.
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