Mädchen nehmen New York im (Schnee-) Sturm ein!

von Freddy Hansmann - Administratorin

Keshet, unsere Kollegin aus dem britischen Büro, ist in New York beim CSW. Bei was? CSW ist die Commission of the status of Women, einer Tagung der UN für Organisationen, die für Frauen- und Mädchenrechte einstehen. Mit dabei sind Linda aus dem Plan-Büro inWestafrika und 13 Mädchen aus Finnland, Kanada, den USA, Sierra Leone, Kamerun und Indonesien als Botschafterinnen.

21. Februar 2011 – Es ist noch früh sehr hier in New York und noch dunkel – aus dem Fenster blicke ich auf das Chrysler Gebäude, das vom Schnee eingenommen ist. Was ich während eines Schneesturms in New York mache?

Ich bin hier, um an der weltweit wichtigsten Tagung aller Frauenhilfsorganisationen teilzunehmen, der UNO Frauenstatuskommission. Die Vereinten Nationen laden jährlich zu einer zweiwöchigen Tagung ein, deren Hauptziele die Einhaltung der Rechte und die Situation von Mädchen und Frauen sind.

Am Ende der Tagung wird eine Vereinbarung (“The Agreed Conclusions“)  aufgesetzt, die von allen Mitgliedsstaaten unterschrieben wird. Diese Vereinbarung hilft der UNO Frauenstatuskommission die Mitgliedsstaaten zum Handeln aufzufordern und sie an ihre Versprechen zu erinnern. Sollte ein Mitgliedsstaat der Aufforderung nicht nachkommen, kann die UNO Frauenstatuskommission ihn zu Rechenschaft ziehen und sagen: “Sie haben die Vereinbarung unterschrieben und versprochen, Mittel für die Bildung von Mädchen bereitzustellen! Also her mit den Mitteln!”

Um auf die Belange und die Situation von Mädchen und Frauen weltweit aufmerksam zu machen, reicht es nicht, dass nur Politiker und Experten vor der UNO Frauenstatuskommission sprechen. Es ist sehr wichtig, die Erfahrungen von betroffenen Mädchen anzuhören und zu berücksichtigen. Deshalb hat Plan International in diesem Jahr 13 Mädchen aus Finnland, Kanada, den USA, Sierra Leone, Kamerun und Indonesien eingeladen. Die Mädchen sind Botschafterinnen und sollen den hochrangigen Teilnehmern einen Einblick in die Perspektiven, Gedanken, Ambitionen, Träume, Ängste und Hoffnungen von Mädchen und Frauen geben.

Als die Mädchen in New York ankamen, war ihr erster Satz: “Es ist so kalt hier!” Die Temperaturen überraschten die Mädchen, hielten sie jedoch nicht davon ab eine tolle Zeit und jede Menge Spaß zu haben. Sie zogen ihre bunte Kleidung übereinander an und genossen die Zeit. Auch der Rest der Gruppe blieb vom “Zwiebellook” nicht verschont und so watschelten wir, wie die Enten, durch New York.

Damit die Mädchen es gemütlich hatten, wurde eines unserer Zimmer in einen Mädchenraum umgewandelt. Dort konnten die Mädchen ihre Freizeit gemeinsam verbringen und sich austauschen. So blieb es in unserer “Mädchenfreundlichen” Zone warm, während es draußen kalt war.

Das diesjährige Thema der Tagung ist, welche Rolle Informations- und Kommunikationstechnologien bei der Selbstbestimmung von Mädchen und Frauen spielen. Ein Besuch in unserem Mädchenzimmer hätte gereicht, um sehen zu können, dass Mädchen, egal welcher Herkunft, das Internet auf ähnliche Weise nutzen. Trotz der sprachlichen und kulturellen Unterschiede, hatten alle Mädchen nur ein Ziel und zwar das Checken ihrer E-Mails und die Aktualisierung ihres Facebook-Status. Das verdeutlicht, dass sobald ein heranwachsendes Mädchen die Cyberwelt betritt, die Unterschiede verschwinden.

Unsere Mädchen wurden mit Anfragen überhäuft, vor den ranghohen Teilnehmern der Sitzungen zu sprechen. Sie konnten es kaum abwarten, der Welt mitzuteilen, dass Mädchen Informations- und Kommunikationsmedien nutzen und die UNO Frauenstatuskommission mit ihrem Programm weitermachen soll. Sie machten sich gleich an die Arbeit und feilten den ganzen Tag an ihren Reden, schrieben Blogs und twitterten, um ihre Botschaft in die Welt zu tragen.



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