Aufbruchstimmung in Punjab

von Freddy Hansmann - Administratorin

Regional-Referentin für Asien, Maria Groenewald, berichtet von ihrer ersten Reise nach Pakistan Ende November 2010.

Plan arbeitet bereits seit 1997 in Pakistan. Nach der Jahrhundertflut im letzten Sommer werden noch mehr Projekte durchgeführt als bisher, um den über 2 Millionen Betroffenen zu helfen. Besonders die Kinder benötigen unsere Unterstützung.

Ich bin das erste Mal in Pakistan. Am Flughafen musste ich erst noch Visaformalitäten klären und zu meiner Freude wurde das Visum höchst unbürokratisch ausgestellt. Danach musste ich allerdings fast eine Stunde auf meinen Koffer warten, denn er war tatsächlich der letzte auf dem etwas altersschwachen Gepäckband. Der Fahrer, der mich am Flughafen abholen sollte, hatte zwischenzeitlich schon nervös mit dem Büro telefoniert, da ich nicht eher aufgetaucht war.

Die Reise nach Pakistan war sehr spannend und beeindruckend und ich habe viele engagierte Mitarbeiter von Plan und seinen Partnerorganisationen kennengelernt. Viele Kollegen arbeiten schon seit vielen Jahren für Plan in Pakistan, was ein wirklich gutes Zeichen ist. Die Begrüßung war sehr herzlich und alles bestens organisiert.

Tassadaq, der das Büro in der Stadt Multan leitet, in der Region Punjab, die neben anderen Regionen auch stark von der Flut betroffen ist, zeigte sich besonders erstaunt und erfreut über die große Spendenbereitschaft der Deutschen für die Flutopfer: “Wir sind so überrascht über die vielen Spenden aus Deutschland. Das ist großartig. Wie kam es dazu?” Das kann ich auch nur mutmaßen, da man leider viel zu selten etwas von den schönen Seiten des Landes in der deutschen Presse liest, aber ich freue mich auch sehr darüber.

Die Provinz Punjab ist von einer großen Wiederaufbauwelle erfasst, zumindest die Dörfer in der Nähe von Muzarffargarh. Die Menschen fangen wieder an, ihre Felder zu bestellen, da wo das Wasser bereits abgeflossen ist. Überall sieht man aber noch zerstörte Häuser, an denen Zelte angebaut sind, gespendet von verschiedenen Hilfsorganisationen aus aller Welt. Die Menschen sind dabei, ihre Häuser wiederaufzubauen.

 

Trotz eigener Not an andere denken

Eine Familie hat ihr Haus verloren und lebt nun mit über 10 Personen in einem noch kleineren Haus, das die Flut überstanden hat. Die Familie muss ein zwei Monate altes Zwillingspaar mitversorgen, dessen Mutter bei der Geburt verstorben ist. Die Zwillinge sind wohlauf. Und genau diese Familie hat für Plan ein kleines Stück Land am Rande des Dorfes zur Verfügung gestellt, auf dem Plan das Zelt aufgestellt hat, in dem ein sogenannter “Child Friendly Space” eingerichtet wurde. Das muss man sich ähnlich wie eine Kindertagesstätte vorstellen, in denen die Kinder psycho-sozial betreut werden, Spielzeug zur Verfügung haben, betreut werden und sicher und wohlbehalten ihre schrecklichen Erlebnisse während der Flut verarbeiten können. So werden die Kinder Schritt für Schritt darauf vorbereitet, wieder die Schule zu besuchen und ihren Weg zurück in ein normales Leben zu finden.

 

Lesen Sie hier mehr zu der Not- und Wiederaufbauhilfe von Plan in Pakistan.



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