Sauberes Wasser sichert Kinderleben

von Freddy Hansmann - Administratorin

“Wach auf”, ruft eine Mutter ihren Sohn Darwin. Mitten in der drei-Uhr-Morgen-Frische muss Darwin aufstehen, um Wasser für seine Familie zu holen. Als er die ausgetretene Route zur Wasserstelle geht, stoßen andere junge Kinder hinzu, jedes trägt Eimer oder Wasserkanister. Wenn sie das Ziel erreicht haben, stellen sie sich in einer Reihe auf und warten, bis sie dran sind. Das Wasser tropft langsam und die Kinder schlagen die Zeit tot, indem sie miteinander reden. Meistens drehen sich ihre Gespräche um ihre Träume und wo sie sich selbst in einigen Jahren sehen.

Kurz vor Sonnenaufgang schleppt der kleine Darwin die Kanister voll mit Wasser – genug für den Tagesbedarf seiner Familie – zurück zum Dorf. Obwohl er müde und noch ganz schläfrig ist, hat Darwin keine Zeit, sich auszuruhen. Um sieben Uhr morgens fängt die Schule für ihn an.

Diese Geschichte erreichte das Gesundheitskomitee in Mayabay wie ein Weckruf und animierte es dazu, bei Plan Philippinen einen Antrag auf die Instandsetzung des 22 Jahre alten Wassersystems zu stellen. Damals wurde eine Quelle auf dem Berg ausgemacht, das 14 öffentliche Wasserhähne bedient und durch eine 2,7 km lange galvanisierte Eisenpipeline fließt.

Während des Treffens des Gemeindekomitees schätzte das Komitee die Situation seiner Gemeinde ein und formulierte einen Aktionsplan, dessen oberste Priorität die Instandsetzung des Wassersystems war, mit dem Ziel, sauberes Trinkwasser zu liefern und somit das Kinderrecht auf Gesundheit und Überleben zu gewährleisten. Der starke politische Wille, kombiniert mit der Unterstützung von Plan Philippinen und der aktiven Einbindung der Gemeinde machte die Umsetzung des Vorschlags möglich. Während die Bewohner hofften, ihr Projekt schnell durchführen zu können, traten Komplikationen und Schwierigkeiten bei der Reparatur und Verbesserung des Wassersystems auf.

Die Frage nach dem Landbesitz verzögerte die Durchführung des Projekts. Eine Versammlung wurde einberufen und das Gesundheitskomitee lud den kommunalen Gutachter ein, um die Frage des Landrechts zu klären. Die Quelle wurde in einem Waldstück entdeckt und der Verwendungsvertrag für dieses Landstück war schon seit längerem ausgelaufen.

Beginn des neuen Wassersystems

Als alle Knackpunkte gelöst waren, konnte endlich mit dem Projekt gestartet werden. Während des Baus hatte der Bauleiter Probleme mit der Eindringen von Regenwasser in die Einflussbox. Aber mithilfe der ansässigen Bewohner konnten die Maurer das Quellwasser erfolgreich einfassen. Alte, abgenutzte und undichte Rohre wurden durch Polyethylenrohre ersetzt und 20 funktionale Wasserstellen installiert, die die komplette Gemeinde mit Wasser versorgen. Der Umfang des Wassers stellt nicht länger ein Problem dar, ein 20-Liter-Kanister füllt sich jetzt innerhalb von weniger als einer Minute.

Um die Qualität des Wassers sicherzustellen, beinhaltet das Projekt den Einbau von 30 Bio-Sand-Filtern, welche die Haushalte als Alternative zur Wasseraufbereitung nutzen können.

Nach drei Monaten Arbeit, wurde ein Rückblick auf die Vorteile des Wasserprojekts erstellt. Wasserholen ist nicht länger eine Last für die Familien, vor allem für die Kinder. Da nun weniger Zeit dafür aufgewendet werden muss, haben die Eltern mehr Zeit, sich für Aktivitäten im Lebensumfeld zu engagieren. Für die Kinder bedeutet es auch mehr Zeit für die Schule, weniger anstrengende Haushaltspflichten, mehr Zeit zum Spielen und mehr Zeit, an Entwicklungsaktivitäten teilzunehmen.

Um drei Uhr Morgens ist es nun still und leise in Mayabay. Vorbei sind die Tage, als Kinder zu unheiligen Zeiten aufstehen mussten. Darwin kann wirklich erholsame Nächte genießen ohne zu befürchten, fürs Wasserholen geweckt zu werden und das Trinkwasser ist für alle Menschen in Mayabay frei zugänglich.



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