Kinder entwickeln Strategieplan gegen Dürre

von Freddy Hansmann - Administratorin

Die 94 Haushalte in Pong Ror in der Neang Tert Gemeinde stehen einem andauernden Problem gegenüber: der Wasserknappheit für ihre Reisfelder, die sich vom westlichen Ende im Dambae Distrikt in Kampong Chan aus erstrecken. Die meisten Häuser haben kleine Grundstücke in der Größe von einem halben bis zu einem Hektar und einem Ertrag von einer halben Tonne pro Jahr, erklären die jugendlichen Freiwilligen, die den ersten Plan zur Reduzierung von Katastrophen entwickelt haben.

“Jedes Jahr trifft die Dürre einige Familien hart. Nachdem die Reispflanzen in die Felder gepflanzt werden, bleiben die Ernten aus, solange es nicht innerhalb von zwei oder drei Monaten regnet”, sagt Ron, ein 14-jähriges Mädchen, die an der Erstellung des Plans beteiligt war.

Die Felder liegen in der Nähe von vier Teichen, von denen drei oft austrocknen, wenn es nicht genug regnet, stellen die Kinder fest. Es gibt kein Bewässerungssystem, obwohl nur 500 Meter nördlich der Felder ein Wasserreservoir liegt, das mehr als genug Wasser für die Felder hätte, erklären sie und fügen hinzu, dass Schleusentore schon jetzt benutzt werden, um die Felder der anschließenden Dörfer zu bewässern.

Die oberste Priorität im Katastrophenreduzierungsplan für Pong Ror besteht darin, einen Kanal vom Reservoir zu graben, der von einem Fluss gespeist wird und nie austrocknet, bis zu den Feldern, die für das Dorf wichtig sind. Ab und an überflutet das Reservoir die Felder und zerstört die Ernte der Familien. Aber die meiste Zeit des Jahres ist das Problem der Mangel an Wasser. Ein regelmäßiger Wasserzufluss wird den Landbesitzern eine größere Ernte ermöglichen, die sonst im Durchschnitt nur genug Reis für zwei oder drei Monate pro Jahr bringen.

Im Dezember, nachdem ihr Plan mit den Dorfältesten und dem Gemeindeoberhaupt besprochen wurde, wurde der Bau des Kanals offiziell mithilfe von Plan-Mitarbeitern in den Jahresentwicklungsplan der Gemeinde aufgenommen, berichtet Beraterin Mrs. Dem Sitha. Die Jugendlichen haben darüber hinaus mehrere Entwicklungshilfeorganisationen gebeten, der Gemeinde Hilfestellung beim Bau des Kanals zu leisten.

Mehr Nahrung, mehr Lebensqualität

“Wenn wir den Kanal bekommen, werden wir auch mehr Reis haben. Familien können sich sicherer fühlen. Sie brauchen sich nicht mehr so sehr um Essen zu sorgen und können sich mehr auf die Bildung der Kinder konzentrieren”, sagt der 17-jährige Chon. Chon betont, dass die nächste weiterführende Schule eine Stunde Fahrradweg auf einer dreckigen Straße entfernt ist. “Das ist zu weit zu strampeln, wenn du hungrig bist”, erklärt er.

Während sie den Plan vier Tage lang entwarfen, arbeiteten die Freiwilligen, Mrs. Sitha und ein Plan-Mitarbeiter eine Landkarte mit allen denkbaren Katastrophenpunkten aus. Diese beinhalteten auch 90 von Hand gegrabene Brunnen im Dorf, von denen nur sechs sauberes Wasser liefern, keiner von ihnen ist umzäunt oder abgedeckt. Zwei Kinder fielen letztes Jahr in einen Brunnen, sagt Mrs. Sitha.

“Sie haben es überlebt, litten aber unter Verstauchungen und Prellungen.” Die Brunnen stellen ebenfalls ein Risiko für den Viehbestand der Haushalte dar, zum Beispiel Geflügel, Schweine und Kühe, welche regelmäßig in die nichtabgedeckten Brunnen stürzen und ertrinken. Der Verlust der Tiere ist ein herber Rückschlag in der Nahrungssicherung der Haushalte.

Neben diesen drei Problemen beinhaltet der Aktionsplan für Pong Ror auch Maßnahmen in der Gesundheitsbildung, die sich mit allgemein ansteckende Krankheiten im ländlichen Kambodscha wie Malaria, Dengue Fieber beschäftigt und die Beziehung zwischen unsauberem Wasser und Durchfall aufweist.

15 Gemeinden nehmen an den Maßnahmen teil. Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen spielt dabei eine zentrale Rolle. “Das Projekt gibt Kindern und Jugendlichen die Gelegenheit, die Entwicklung ihrer Dörfer mitzugestalten und zeigt ihnen, wie sie die Gemeinden und Haushalte vor verheerenden Katastrophen schützen können”, erklärt Dambae Team Leader Pann Savath.



Die letzten Artikel von Freddy Hansmann - Administratorin:





 
 
 


Kommentar abgeben: