Nadia kehrt zurück in ihr Haus
von Freddy Hansmann - Administratorin
Millionen Menschen in Pakistan müssen sich auf eine Zukunft ohne Zuhause, Lebensmittel oder Einkommen einstellen, wenn sie nicht erhebliche Unterstützung erhalten. Plans Mitarbeiterin Charlotte Strong trifft Nadia, die gerade auf ihr von der Flut verwüstetes Grundstück zurückkehrt.
Um von der Hauptstraße aus zu Nadias Haus zu gelangen, muss ich um Schlammlachen und umgestürzte Bäume herumlaufen. Zerbrochene Möbel sind über das Gelände verstreut, auf dem ein Zelt steht, in dem Nadias Schwester mit ihrer Familie lebt, ihr Haus wurde komplett zerstört.
Nadia hatte ein bisschen mehr Glück – ihr Haus steht noch, obwohl die Türen aus den Angeln gehoben wurden und der faulige Geruch von Feuchtigkeit die kleinen Räume ausfüllt. Sie zeigt auf einen Punkt auf halber Höhe der Tür. „Bis hierhin stand das Wasser“, erzählt sie mir.
Glücklich, dass sie überlebt hat
Nadia und ihre Familie sind mit dem Leben davongekommen und nach 27 Tagen Obdachlosigkeit zurückgekehrt. Sie finden ihren Besitz vollkommen ruiniert vor. Als Subsistenzbauern mit einem sehr kleinen Einkommen, lebten sie von dem, was sie anbauten und den Tieren, die sie hielten.
Wie die meisten Bauern in dieser Gegend, ernteten sie Weizen von dem gepachteten Land und lagerten es, um die Familie bis zur nächsten Ernte davon zu ernähren. Die diesjährige Ernte, erst drei Monate alt, wurde von der Flut komplett zerstört.
Keine Nahrung, kein sauberes Wasser
Nadia hat Tränen in den Augen, als sie mich ansieht. „Das Saatgut ist zerstört und alle Lebensmittel, die wir gelagert haben, auch. Das Einzige, was wir zu essen bekommen, ist das, was man uns gibt. Und wir brauchen Wasser – wir haben vier Handpumpen auf unserem Grundstück, aber das Wasser ist nicht sauber genug zum Trinken. Außerdem benötigen wir Medikamente für die Kinder.“
Die Kinder haben parasitäre Hautkrankheiten und sehen unterernährt aus. Sie haben seit über einem Monat nicht richtig gegessen. Fliegen sammeln sich um ihre Augen und Moskitos, die sich in dem stehenden Flutwasser vermehren, sind eine permanente Bedrohung für ihre Gesundheit. Ich kann mir kaum vorstellen, wie es ist, ein krankes Kind zu haben und nichts tun zu können.
Hoffnung für die Zukunft
Trotz der gravierenden Sorgen über die Zukunft ihrer Kinder, erhellt sich Nadias Gesichtsausdruck, als ich sie nach der Schulbildung frage. „Wenn das Wasser weg ist, können die Kinder zurück zur Schule. All ihre Bücher sind unbrauchbar, aber wir werden das schon schaffen.“
Sie zieht ein verschmutztes Notizheft aus einem kleinen Rucksack. „Das ist das Hausaufgabenheft meiner Tochter. Es ist durch das Wasser ruiniert, aber sie wird wieder zur Schule gehen.”
Als ich zur Straße gehe, schaue ich zu Nadia zurück und frage mich, wie ihre Situation in zwei Wochen, in drei Monaten, in einem Jahr sein wird – ich hoffe, dass es besser ist als jetzt. Und dass sie ihr Leben wieder aufbauen kann.
Nothilfe für Pakistan
Plans Nothilfe in der Flutkatastrophe umfasste u. a. warme Mahlzeiten für über 256.000 Menschen, Unterschlupf für über 230.000 Menschen und Wassertanks für mehr als 3.000 Häuser. Plan verteilte Hygiene-Sets für fast 3.000 Familien.
Weitere Informationen und Spendenmöglichkeiten finden Sie auf unserer Homepage im Pakistan Special.
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