Flut in Pakistan – Aqeela (14) floh mit ihrem Baby vor der Flut
von Freddy Hansmann - Administratorin
Aqeela ist 14 Jahre alt, sie und ihr Baby Farah mussten das Haus in Muzaffargarh im südlichen Punjab mitten in der Nacht verlassen. Während sie uns von ihrer Flucht erzählt, wiegt sie sanft das weinende, zwei Monate alte Mädchen. Aqeela und ihr Baby sind nur zwei der Zehntausenden Menschen, die in Pakistan vor der Überschwemmung Unterschlupf in den Notunterkünften suchen.
“Mitten in der Nacht hörten wir die Verkündung aus dem Lautsprecher der nahen Moschee, dass die Flut uns bald erreichen und unser Gebiet sofort evakuiert würde, um Leben zu retten.
Wir rannten in die Dunkelheit, nur mit der Kleidung, die wir am Leib hatten. Wir mussten alle unsere Sachen zurücklassen und hoffen, dass der Fluss Erbarmen hat. Der Fluss war immer unsere Lebensader.
Wir rannten los. Das Wasser rauschte laut hinter uns und dazu die Schreie von Frauen und Kindern. Es war sehr beängstigend. Ich hielt mein schlafendes Baby im Arm und lief mit den anderen Frauen aus unserer Stadt die Straße entlang. Einige unserer Männer sind zurückgeblieben, um auf die Häuser aufzupassen.
Irgendwann erreichten wir eine Böschung und blieben dort für die Nacht. Niemand hat geschlafen. Am nächsten Morgen sahen wir, dass überall um uns Wasser war und unsere Lehmhäuser total zerstört. Einige der Männer, die überlebt haben, konnten wir sehen. Sie saßen auf den Dächern der stabileren Häuser aus Ziegelsteinen und einige auch in den Bäumen.
Genau wie viele andere wissen wir nicht, wo die Männer unserer Familien jetzt sind. Wir wissen, dass unsere Häuser weg sind, die Ernten sind unter Wasser, wir haben nichts mehr.“
Kinder sind besonders gefährdet
“Wegen der schweren Überschwemmungen ist das Wasser in weiten Teilen Pakistans mit Fäkalien verseucht”, berichtet Haider Yaqub, Länderdirektor des Kinderhilfswerks Plan in Pakistan. “Viele Kinder leiden Hunger, sind geschwächt und so besonders anfällig für Krankheiten. Darum hat die Versorgung der Mädchen und Jungen absolute Priorität für uns. In den Notunterkünften haben wir Latrinen aufgestellt, Wasserpumpen installiert und Hygienekomitees eingerichtet, die auf die Sauberkeit achten. Wir müssen schnell und effektiv handeln, um die Ausbreitung von Krankheitserregern zu vermeiden.”
Versorgung der Kinder hat Priorität
Die Katastrophenhelfer von Plan haben bisher über 282.800 Kinder und ihre Familien in den Provinzen Punjab und Sindh mit Nahrung, Trinkwasser und anderen dringend benötigten Hilfsgütern versorgt. Spezialisten des Kinderhilfswerks kümmern sich um die erkrankten und traumatisierten Mädchen und Jungen.
“Pakistan Special”
In der Rubrik “Aktuelles” auf der Plan-Website finden Sie auch ein “Pakistan Special” mit Hintergrund-Informationen, Berichten, Fotos und Videos zur Flutkatastrophe und Plans Nothilfe vor Ort.
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