Monatsarchiv für August 2010

 
 

Flut in Pakistan – Aqeela (14) floh mit ihrem Baby vor der Flut

von Freddy Hansmann - Administratorin

Aqeela ist 14 Jahre alt, sie und ihr Baby Farah mussten das Haus in Muzaffargarh im südlichen Punjab mitten in der Nacht verlassen. Während sie uns von ihrer Flucht erzählt, wiegt sie sanft das weinende, zwei Monate alte Mädchen. Aqeela und ihr Baby sind nur zwei der Zehntausenden Menschen, die in Pakistan vor der Überschwemmung Unterschlupf in den Notunterkünften suchen.

“Mitten in der Nacht hörten wir die Verkündung aus dem Lautsprecher der nahen Moschee, dass die Flut uns bald erreichen und unser Gebiet sofort evakuiert würde, um Leben zu retten.

Wir rannten in die Dunkelheit, nur mit der Kleidung, die wir am Leib hatten. Wir mussten alle unsere Sachen zurücklassen und hoffen, dass der Fluss Erbarmen hat. Der Fluss war immer unsere Lebensader.


Den ganzen Beitrag lesen »

Flut in Pakistan – Besonders schwierig ist die Situation für Mädchen und Frauen

von Freddy Hansmann - Administratorin

Shmyalla Jawad, Gender-Expertin, Plan Pakistan berichtet von ihren Eindrücken der Flüchtlingscamps in Pakistan. Als Gender-Expertin achtet sie dabei vor allem auf die Lage für Frauen und Mädchen.

“Die Bewohner Pakistans erleben die schlimmste Flut seit 80 Jahren. Nahrungsmittel und Notunterkünfte werden dringend benötigt. Aber während viele es bei materieller Hilfe belassen, müssen sich Frauen und junge Mädchen zusätzlich mit kulturellen Schwierigkeiten auseinandersetzen, die sie so nicht kennen.

Ich habe in den letzten Tagen einige Flüchtlingscamps in Layyah im Süden Punjabs gesehen. Es war eine herzzerreißende Erfahrung. Ich war entsetzt über die Bedingungen, in denen die Menschen leben. Am meisten hat mir zu denken gegeben, was Frauen und junge Mädchen erleiden. Sie sind von solchen Situationen immer am stärksten betroffen.

Gesundheit und Sanitär sind ein großes Thema. Ein Camp, das in einem Regierungsgebäude aufgeschlagen wurde, hat keine Waschräume. Während Männer und kleine Kinder sich draußen auf dem Schulgelände waschen können, gibt es für Frauen keine solche Möglichkeit.


Den ganzen Beitrag lesen »

Nahrung für Aïchatou und ihre Kinder

von Nathan

Es ist schon eine Weile her seit der letzten Nachricht – jeder bei Plan Niger war vollauf mit der zweiten Runde der Verteilung von Nahrungsmitteln (fast geschafft!) beschäftigt. Ende Juli war ich in der Gegend von Bani Zoumbou bei Dosso:

Ich half in diesem Armenviertel am Stadtrand von Dosso. Es war der einzige Ort in einem Stadtgebiet, an dem Plan Nahrung verteilt hat. Verglichen mit den Dörfern auf dem Land war die Menge hier erschreckend gewaltbereit. Aber die Geschichten der Menschen zu hören, von ihrem Kampf und dem nackten Überleben, das hat mich richtig mitgenommen.

 

Aï muss vier Kinder ernähren – ihr Mann arbeitet in einer anderen Stadt

Als erste fiel mir Aï auf, die sich am Rand einer Gruppe herumdrückte. Ihre 16 Monate alte Tochter Waïza trug sie in einem Tuch auf dem Rücken. Sie sah verloren aus, unsicher, in welche Reihe sie sich stellen sollte. Ich fragte, ob wir uns ein bisschen unterhalten könnten und ein Foto von ihr machen. Schüchtern stimmte sie zu.


Den ganzen Beitrag lesen »

Ulrich Hermanski “Haiti hat sich noch lange nicht erholt”

von Ulrich Hermanski

Die Ankunft auf einem mittlerweile wieder gut intakten Flughafen ließ noch nicht auf das Ausmaß der nun schon sechs Monate nach dem Erdbebeben anhaltenden humanitären prekären Lage in Haiti schließen. Dies änderte sich schlagartig, als wir mit dem Auto an einigen von den mehr als 3.000 Notunterkünften vorbeifuhren. Der Staub des noch immer nicht weg gekehrten Schutts wird durch die Straßen gewirbelt und die Häuserruinen sind ein klares Indiz dafür, dass das Land sich von dem Schock noch lange nicht erholt hat.


Den ganzen Beitrag lesen »

Theater-Workshop hilft jungen Haitianern

von Kristie van de Wetering

04. August 2010 – Hunderte junge Haitianer haben an einem Theater-Workshop teilgenommen, der als Stressbewältigungstherapie nach dem Erdbeben eingesetzt wird. Kristie van de Wetering berichtet aus Haiti.

Er kam auf die Bühne, trug eine überdimensionale, rosa Brille und lustige Hosen. Angestrengt versuchte er eine Broschüre zu lesen, die er nur wenige Inches vor sein Gesicht hielt. Das Publikum brach sofort in Gelächter aus. Der 16-jährige Jordon spielt einen von vielen Sketchen in der Abschlussaufführung des Theater-Workshops, an dem er im Rahmen von Plans psychosozialem Programm nach dem Erdbeben vom 12. Januar teilnahm.

Den emotionalen Stress bewältigen

Durch das Zentrum für psychosoziale Bildung und Training (CEFEPS) und Plan haben nahezu 500 junge Menschen im Alter von 14 bis 17 Jahren aus Jacmel und Croix-des-Bouquets an Theater-Workshops teilgenommen. Die Kurse sind Teil der Stress-Bewältigungs-Therapie.


Den ganzen Beitrag lesen »

Goudou Goudou – das bedeutet “Erdbeben” auf Kreol

von Kristie van de Wetering

30. Juli 2010 – Es sind sechs Monate seitdem Goudou Goudou auf Haiti vergangen. Vor dem 12. Januar gab es kein Wort für “Erdbeben” im haitianischen Kreol; jetzt gibt es eins.

Ich hatte gehofft, meine Gedanken früher aufschreiben zu können, aber erst jetzt gibt es einen ruhigen Moment, um durchzuatmen und meine Gedanken, Ideen und Erinnerungen, die in meinem Kopf kreisen, auf Papier zu bringen. In all dem Wahnsinn vergessen wir viel. Aber an jeder Ecke wird man daran erinnert und der Gedanke, dass es vielleicht, nur vielleicht, wieder passieren wird, schlummert unter der Oberfläche.


Den ganzen Beitrag lesen »

 1 2 »