Jugendklimagipfel in Bolivien

von May Evers

Die UN-Klimarunde in Bonn soll die konkreten Finanzzusagen an die Entwicklungsländer verhandeln. Angesichts des gescheiterten Klimagipfels  im Dezember 2009 ist die Skepsis über ein zufriedenstellendes Ergebnis groß.  Ganz anders sah es beim Jugendklimagipfel in Bolivien vor einem Monat aus:

Gustavo Trigo, Programmdirektor, Plan Bolivien: In den nächsten Tagen schaut die Welt auf Bolivien – zumindest fühlt sich das hier gerade danach an. Die “Weltkonferenz der Völker über den Klimawandel“ – eine Antwort auf den umstrittenen UN-Klimagipfel in Kopenhagen – bringt Menschen aus allen Teilen der Welt in unser Land. Morgen ist es soweit, drei Tage lang wird über Vorschläge zur Eindämmung des Klimawandels beraten. Wir haben große Erwartungen und hoffen auf gute Ergebnisse.

Internationale Sitzungen und Veranstaltungen habe ich durch meine Arbeit für Plan schon einige hinter mir, aber das hier ist etwas anderes: Dieses Mal begleite ich  eine Gruppe junger Reporterinnen und Reporter und ich bin gespannt auf die Zusammenarbeit mit diesen engagierten jungen Leuten.

Kinder und Jugendliche wirken mit
Kinder und Jugendliche beteiligen – das ist einer der Grundsätze von Plan. Dazu gehört auch die Förderung von Kindermedien. Eine internationale Gruppe junger Plan-Journalisten nahm schon im letzten Jahr am Klimagipfel in Kopenhagen teil – und das mit großem Erfolg. Die Mitwirkung an einer so wichtigen Konferenz im eigenen Land ließen sich die Mädchen und Jungen aus unseren Programmgebieten natürlich nicht nehmen.

Unsere Gruppe ist sehr gemischt: Die jungen Journalistinnen und Journalisten kommen aus verschiedenen Regionen Boliviens und gehören ganz unterschiedlichen Volksgruppen an. Aber zwei wichtige Dinge haben alle gemeinsam: ihr Interesse an spannenden Geschichten und ihre Sorgen über den Klimawandel, den viele von ihnen tagtäglich zu spüren bekommen.

Sage deine Meinung
Zum Beispiel die 16-jährige Roxana hat mir auf der Fahrt hierher erzählt: “In meinem Dorf sieht man die Folgen des Klimawandels deutlich. Die Ernten fallen immer knapper aus und das Vieh hat nicht mehr genügend Futter. Das liegt alles daran, dass es nicht mehr regelmäßig regnet.“

Roxana kommt aus Corapata, einem Dorf hoch oben in den Anden. Sie hat schon oft als Reporterin für ihre Schülerzeitung geschrieben, aber heute hat sie mir gezeigt, dass sie noch viel mehr kann: Ich war wirklich beeindruckt, als ich sah, wie sie einen der einflussreichsten lokalen Führer ihrer Region interviewte und selbstbewusst mit ihm diskutierte. So ein Ärger, dass ich kein Amyara spreche und nur erahnen konnte, worüber sie geredet haben.

Das wichtigste hat sie mir aber übersetzt  und seine Botschaft war eindeutig: Kinder und Jugendliche spielen die wichtigste Rolle im Kampf gegen den Klimawandel.

Das kann ich nur unterstützen. Wirklich, es ist so wichtig, dass gerade ihr jungen Leute dabei helft, den Klimawandel aufzuhalten. Beteiligt euch an Diskussionen, Debatten oder Konferenzen wie dieser. Sagt eure Meinung, macht Vorschläge. Denn nicht nur die Zukunft hängt von euch ab – in meiner täglichen Arbeit sehe ich, dass ihr viele tolle Ideen habt und schon jetzt einen wichtigen Beitrag zum Schutz von “Pacha Mama“ (so nennen wir hier in Bolivien unsere “Mutter Erde“) leisten könnt!



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