Vietnam: Ein Tag mit Dong

von May Evers

Wie sieht eigentlich der Arbeitstag eines Gemeinde-Koordinators aus? Wir haben Plan Mitarbeiter Dong aus Vietnam gefragt. Dong arbeitet seit Mai 2008 für Plan Vietnam als Community Development Facilitator (CDF) in der Provinz Kon Tum in der Gemeinde Mang Canh und ist dort für die Durchführung und Betreuung von Projekten zuständig.

Meine Hauptaufgabe ist die Entwicklung und Durchführung von Projekten. Außerdem unterstütze ich die Mitarbeiter bei der Patenkindbetreuung. Mindestens dreimal pro Woche fahre ich mit meinem Motorrad weite Strecken durch das gebirgige Hochland, um in den Dörfern nach dem Rechten zu schauen. Je mehr ich mit den Menschen aus der Gemeinde zusammenarbeite, umso wichtiger werden sie mir.

Mein Tag in Mang Mo
Heute besuche ich Mang Mo, eines von zehn Dörfern in der Mang Canh Gemeinde. Dort nehme ich eine Liste mit, auf der die Schüler registriert sind, die ein Schulstipendium erhalten. Die Fahrt dauert fast eine Stunde mit dem Motorrad auf der nassen, rutschigen Straße. Auf meinem Weg zu Mang Mo mache ich einen Abstecher zu einem Gemeindekomitee, wo ich mit den Mitgliedern Informationen über den Fortschritt der laufenden Aktivitäten austausche.

Unterricht ohne Elektrizität
Jedes Mal, wenn ich ins Dorf komme, halte ich an, um den Schülern Hallo zu sagen. Insgesamt sind es zehn Schüler, fünf in der ersten und fünf in der zweiten Klasse. Der Unterricht findet im Gemeindehaus, einer Holzhütte mit Strohdach, statt. Weil es keine Elektrizität gibt, ist man auf das Licht angewiesen, das durch ein Loch im Dach hereinfällt. Ich verbringe hier ein bisschen Zeit und rede mit dem Lehrer und den Schülern. Ich hoffe, dass wir hier in naher Zukunft mit dem Bau einer kindgerechten Schule beginnen können, damit sich die Qualität des Unterrichts und die Lernumgebung verbessern.

Später treffe ich mich mit den freiwilligen Helfern aus der Gemeinde. Wir nehmen zusammen die nötigen Informationen für die Patenschaftsbetreuung auf. Danach essen wir mit den Schülern in einer kleinen Küche neben der Schule ein einfaches Essen aus Reis, getrocknetem Fisch und Kürbissuppe. Wir reden über unsere Arbeit, den Alltag und was wir uns für die Kinder wünschen. Ich bin froh, dass wir eine starke und ehrliche Beziehung miteinander aufgebaut haben, so kann ich ihre Bedürfnisse besser verstehen.

Singen und tanzen mit den Kindern gehört auch dazu
Am Nachmittag schaue ich beim Treffen des Kinderclubs vorbei. Die rege Teilnahme der kleinen Kinder beeindruckt mich! Vor der Einrichtung der Kindergruppe waren die Kinder schüchtern. Ihr Selbstbewusstsein ist enorm gewachsen. Mittlerweile reden die Kinder ganz ungeniert auch vor vielen Menschen. Sie bitten mich, ein Lied zu singen. Weil ich aber ein schlechter Sänger bin, schlage ich vor, zu tanzen, während die Schüler singen.

Eine weitere Stunde verbringe ich damit, mit den Dorfbewohnern über ihr Leben und was ihre Gemeinde am dringendsten benötigt zu sprechen. Dann wird es Zeit für die Rückreise, die fast zwei Stunden dauert. Mittlerweile regnet es heftig. Während ich mich auf den Heimweg mache, denke ich an die lachenden Gesichter der Kinder und Dorfbewohner. Das hilft, auch weiterhin auf schlammigen Straßen durch den Regen zu fahren, um die Durchführung der Plan Projekte zu unterstützen.

In den zwei Jahren, die ich für Plan Vietnam arbeite, habe ich festgestellt, dass mir das Schicksal der Kinder wirklich am Herzen liegt. Ich hoffe, dass es eine bessere Zukunft für sie gibt durch meine Arbeit mit Plan und dem Einsatz all unserer Mitarbeiter.



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Ein Kommentar zu “Vietnam: Ein Tag mit Dong”

  1. Tweets die Weltgeschichten » Vietnam: Ein Tag mit Dong erwähnt -- Topsy.com
    14. Mai 2010 um 23:20

    [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Florian Rolke erwähnt. Florian Rolke sagte: RT @PlanGermany: Vietnam: Ein Tag mit Dong #Asien #Vietnam http://bit.ly/93J0xS [...]

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