Mosambik: Mein erster Arbeitstag

von Julia Fritsch

Heute war mein erster Arbeitstag und der erste Tag, an dem meine Tochter in die Kita ging und später bei der Nanny war. Und es lief mit ihr fantastisch gut!

Der erste Tag im Länderbüro war auch sehr gut. Immer noch entspannt, aber das wird sich sicherlich bald ändern. Ich werde morgens abgeholt und nachmittags nach Hause gebracht – welch Luxus. Heute jedoch wartete ich eine Stunde vor dem Gebäude auf das Auto, aber das ist hier normal und es ist so viel auf der Straße los, dass das Warten gar nicht langweilig wird. Nach einer Weile fing ich an, mit dem Sicherheitsbeamten der Bank im Erdgeschoss zu plaudern. Er hatte sich schon mit meiner Tochter angefreundet und grüßt mich seitdem mit “Mãe da L.” Wir sprachen über Deutschland und Mosambik und was er mit den 350 Euro machen könnte, die ein Deutscher von der Regierung erhält, wenn er keine Arbeit hat (wie ich ihm erzählt hatte).

Die Menschen hier sind sehr nett und es ist einfach, ein Gespräch mit Fremden auf der Straße zu führen – zumindest wenn man Portugiesisch kann. Mann muss keine Angst haben, dass man sie nie wieder los werden könnte oder sie einem etwas andrehen wollen. Die meisten Leute sind – schlicht und ergreifend – interessiert und unterhalten sich gerne mit Menschen aus anderen Ländern oder sie machen einfach ihren Job. Die Leute haben auch keine Probleme damit, sich mit Menschen auseinander zu setzten, die offensichtlich einen anderen sozialen Hintergrund haben. Reiche Leute sprechen mit armen Menschen, ohne auf sie herab zu sehen und die armen Menschen zeigen keine Ehrfurcht oder Unterwürfigkeit.

Die Menschen sprechen mit den Touristen wie mit den Einheimischen. Es ist eigentlich egal, woher Du kommst oder wie viel Du hast. Naja, zumindest im Vergleich zu anderen Orten, die ich auf dieser Welt gesehen habe.

Im Büro wurde ich sehr herzlich empfangen. Und spätestens jetzt hatte ich das Gefühl, dass es mir gar keinen Spaß machen wird, in drei Monaten zurück zu fahren.



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