Mein großer Tag
von DonnadyHi, mein Name ist Donnady. Ich komme von den Philippinen, aus einer Stadt namens Lope de Vega. Ich bin 16 Jahre alt und werde Ende des Monats die Schule abschließen. Zum Glück gehöre ich zu den Besten meiner Klasse und habe ein Stipendium für die Universität!
Seit dem 27. Februar bin ich auf Einladung von Plan zur 54. Sitzung der Frauenrechtskommission der Vereinten Nationen in New York.
Gestern war mein großer Tag. Ich habe auf drei Veranstaltungen gesprochen. Je näher der Moment kam, desto nervöser wurde ich: Was werden sie sagen, falls ich einen Fehler mache? Ich sagte mir, dass wir alle Fehler machen und dass es nichts gibt, wovor ich Angst haben muss.
Vor der ersten Diskussionsrunde von Unicef am Nachmittag waren alle Vortragenden zum Mittagessen eingeladen. Ich kam mir ganz klein vor, weil um mich herum nur bekannte Persönlichkeiten saßen. Aber dann sagte die ehemalige irische Präsidentin, Mary Robinson, zu mir, ich hätte die stärkste Stimme von ihnen allen, denn ich sei viel näher am Thema “Mädchen” als sie alle. Ich war überrascht, aber ihre Worte haben mir Mut gemacht und mich darin bestärkt, mein Bestes zu geben.
Als die Veranstaltung begann, ging gleich die erste Frage an mich. Ich sollte meinen Eindruck schildern, was sich seit der Weltfrauenkonferenz in Peking 1995 getan hätte und was für Veränderungen die damals verabschiedete Aktionsplattform erreicht hätte. Wie sollte ich darauf antworten? Ich war damals ja erst knapp zwei Jahre alt! Ich meinte deshalb, dass meine ältere Schwester zwar schon 25 sei, zwischen ihrem Leben und meinem aber keine großen Unterschiede bestünden und ich nicht sehen würde, dass sich etwas zum Besseren gewandelt hätte.
Ob ich richtig geantwortet habe? Naja, immerhin durfte ich auch die letzten Worte sprechen. Es war einfach klasse! Nach der Diskussion kamen einige Personen aus dem Publikum auf zu, um mich zu ermutigen, so weiter zu machen. Ich glaube es immer noch nicht, dass ich vor so vielen Leuten gesprochen habe!
Dann musste ich auch schon weiter zu Plans Veranstaltung “Because I am a girl – Girls in the Global Economy”. Ich sollte etwas zu den Auswirkungen der Finanzkrise auf Mädchen sagen. Für mich bestehen die wichtigsten Hindernisse für die wirtschaftliche Tätigkeit von Mädchen in folgenden Punkten:
- Armut und die fehlenden Mittel der Eltern, ihren Kindern eine weiterführende Schulbildung zu ermöglichen
- Diskriminierung von Mädchen aufgrund traditioneller Rollenbilder
- Fehlende Investitionen in Mädchen, z. B. über Stipendien
- Fehlender Schutz gegen sexuelle und kommerzielle Ausbeutung
- Unzureichende Aufklärung über Kinder- und Frauenrechte und Fragen zur reproduktiven Gesundheit.
Ich habe am Ende meines Vortrags die Regierungen und die Nichtregierungsorganisationen aufgefordert, mehr in Mädchen zu investieren und ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre Träume zu verwirklichen.
Während ich meinen Vortrag hielt, war das Publikum mucksmäuschenstill. Als ich fertig war, wurde laut applaudiert. Ich musste weinen vor Glück, dass ich so vielen Mädchen auf der Welt eine Stimme verleihen konnte.
Und dann ging es auch schon zur letzten Veranstaltung – eine kurze Rede bei einem Empfang der UN Foundation. Danach war ich total erschöpft und bin gleich schlafen gegangen. Ich weiß nicht, wie gut ich war, aber ich habe mein Bestes gegeben.








