Saba und der internationale Mädchentag
von Saba
Saba (17) ist eines der drei Mädchen, die für Plan bei der 54. Sitzung der UN-Frauenrechtskommission in New York die Meinung von Mädchen zusammen mit Amy (17) aus Kanada und Donnady (16) aus den Philippinen vertritt. Die Schülerin Saba ist Kanadierin und setzt sich im Rahmen von “Because I am a Girl” für die Rechte von Mädchen ein. Sie schreibt hier, wie Amy, von ihren Erfahrungen in New York.
Hey, hey!
Ich wachte auf und sah zur schlafenden Donnady hinüber und dann sah ich in die andere Richtung und da lag Amy. Dann realisierte ich plötzlich… ich war in New York! Heute morgen hatte ich mein Live-Interview mit Radio CHML in Hamilton. Ich war zuvor noch nie live im Radio und deswegen ernsthaft nervös. Das Telefon wurde mir gereicht, bevor ich überhaupt darüber nachdenken konnte, wie sich meine Stimme anhören würde oder … noch wichtiger … was ich sagen sollte! Ich glaube, ich habe die Fragen ganz gut beantwortet; Ich sprach über den Mädchentag und die Probleme, mit denen Mädchen zu kämpfen haben. Meine Familie war richtig stolz auf mich (sollte sie auch sein).
Wir gingen zu UNICEF für ein weiteres Interview, aber irgendwie hatten wir den Termin durcheinander gebracht und es war gar nicht heute. Also gingen wir in ein Café und ich hatte ein weniger leckeres Frühstück – Warnung an alle: Haferflocken schmecken nicht. Heute war mein großer Tag: unser Event für den Mädchentag! Ich war super aufgeregt und konnte es kaum erwarten, meine Präsentation vorzutragen. Aber erst mussten wir üben und üben und üben und unweigerlich … nochmal üben.
Mitten im Vortrag kam Dreeni (Genderexpertin von Plan Kanada) herein und sagte mir, ich hätte ein weiteres Interview mit “Hamilton Spectator”! Ich war geschockt – ich meine, seit wann gab ich Interviews? Also rannte ich los und hatte zum Glück keine Zeit zu hyperventilieren. Das Interview lief ziemlich gut und ich fühlte mich heute ein bisschen wie ein Promi nach den Interviews und so. Ich habe heute viel über Interviews gelernt: Antworte nur, was Du antworten willst und vergiss nicht, dass deine Antwort nicht unbedingt das ist, was sie von Dir hören wollen. Als ich auflegte, war ich voller Energie und konnte in Siham’s Zimmer zurück gehen um an der partizpatorischen Übung teilzunehmen. Zum Mittagessen gab es immerhin Pizza!!! Jawohl!!
Ich muss sagen, dass ich Events und Präsentationen liebe… vielleicht kommt dann die Schauspielerin in mir durch oder es liegt an der Tatsache, dass wir mit unserer Botschaft sehr viele Menschen erreichen. Die Veranstaltung began mit dem Song “I am a Super Girl” , nicht mein Ding. Aber die Monologe waren mein Lieblingspart; wir standen im Kreis, “bildeten eine Welt” und drehten uns jedes Mal um, so dass das nächste Mädchen ihren Teil sagen konnte. Es war toll zu hören, warum die Mädchen einen Mädchentag haben wollten. Alle Zuschauer machten mit. Ich bin wirklich sehr glücklich, weil ich glaube, dass sie unsere Botschaft verstanden haben und wir viel positives Feedback bekamen. Ich bedankte mich für das Feedback und hatte den Eindruck, dass viele Leute die Petition unterschreiben wollten. Wir machten natürlich ganz viele Fotos und ich bin mir sicher, dass ich diese Bilder für den Rest meines Lebens in Ehren halten werde.
Zur Feier des Tages gingen wir zusammen essen. Ich könnte euch jetzt verraten, was ich gegessen habe, aber ich würde euch wahrscheinlich nur hungrig machen. Ratet mal, was ich als nächstes tat. Ich ging zum kanadischen Empfang! Ich war noch nie bei einer dieser Veranstaltungen gewesen, also machten wir uns alle fertig und zogen los. Der Empfang fand im UN-Gebäude statt, war also nicht so weit entfernt. Ich liebe das UN-Gebäude, da ist so viel drin und es ist außergewöhnlich – voller Kunst und Skulpturen.
Als wir beim Empfang ankamen, hatte ich Gelegenheit, die kanadische Ministerin zu treffen, die Kanada bei der Frauenrechtskommission vertritt. Sie war sehr nett und wir machten ein Foto mit ihr. Was ich etwas seltsam fand, war dass Amy und ich die einzigen Mädchen bei dem Empfang waren. Ich lernte ein paar Leute kennen, die alle eine bestimmte Agenda hatten. Ich glaube, dass ist was an solchen Empfängen so toll ist: Man kann sich unter die Leute mischen und ganz viele verschiedene Menschen kennen lernen!
Auf dem Nachhauseweg schaute ich mich um. Einfach, um sicher zu gehen, dass ich tatsächlich noch in New York war und nicht nach dem Empfang einer Fantasiewelt entstiegen bin. Das Leben hier scheint so unwirklich und ich liebe jede Minute davon. Vielleicht liegt es daran, dass ich diese Art von Stadt mit ihren vielen hohen Gebäuden und den unendlichen Möglichkeiten nicht gewohnt bin. Hier zu sein, hat mir sehr viele Chancen gegeben nachzudenken, was perfekt war, weil ich nach dem Empfang an einer wissenschaftlichen Umfrage teilnehmen musste. Die Athmosphäre war nicht sehr anspruchsvoll und ich fühlte mich bei der Beantwortung der Fragen wohl. Irgendwie gewöhne ich mich langsam an diese vielen Interviews. Wer weiß, vielleicht kommt mir diese Erfahrung später gelegen!
Alles was hier passiert, ist nicht selbsverständlich. Auch nicht, dass ich hier sitze und blogge. Ich habe eine Stimme und ob ihr es wollt oder nicht – ich werde sie benutzen.
Morgen wird es ganz viele tolle Veranstaltungen geben. Wir werden sie rocken!







