Inspiration an unerwarteter Stelle
von Steve Theobald
Steve Theobald löst Stuart Coles in Haiti ab. Er ist Mitarbeiter bei Plan in Kanada und wird den Blog von Stuart über Haiti fortsetzen.
29. Januar: Inspirationen erscheinen, wenn man sie am allerwenigsten erwartet. Wir sind in der Dominikanischen Republik, ca. 45 Minuten von der Haitianischen Grenze entfernt, und machen eine kurze Pause. Wir warten auf ein anderes, mit Hilfsgütern beladenes Fahrzeug von Plan.
Ich besuche Haiti zum vierten Mal, aber ich habe keine Ahnung, was mich jetzt auf der anderen Seite der Grenze erwartet.
Ich bin unterwegs zu Stuart Coles, der kurz nach dem Erdbeben in Haiti eingetroffen war, um die Medienarbeit für Plan zu übernehmen.
Joseph
Ein Teil von mir – ein sehr großer Teil – bedauert es, dieser Mission zugestimmt zu haben. Dann treffe ich Joseph, einen beherzten zwölfjährigen haitianischen Jungen, der sich für eine Gruppe von Ausländern interessiert, die vor einem Krankenhaus parken (nämlich uns).
Er sagt, wir sollten doch mal in das Krankenhaus gehen und uns die Haitianer ansehen, die nach dem Erdbeben dorthin gebracht wurden. Viele sind bereits nach Hause zurückgekehrt, aber da ist ein Junge, auch zwölf, der noch nicht transportfähig ist.
“Bei ihm ist alles von der Hüfte abwärts gebrochen“ erklärt Joseph, während er uns anbietet, mit den Krankenschwestern zu reden, damit wir hinein können.
Nun wurde ich doch etwas misstrauisch, aber er erklärte uns, dass er hinein darf, da er hier als Übersetzer aushilft. Morgens übersetzt er für das Spanisch sprechende Personal ins Kreol, damit sie mit den Erdbebenopfern kommunizieren können.
Schnell wurde klar, dass die Krankenschwestern Joseph verehrten.
Lachende Medizin
Seine Familie zog vor acht Jahren in die Dominikanische Republik, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Joseph stellte uns seinen neuen Freund vor. Er besucht ihn jeden Tag mit dem Ziel, ihn zum lachen zu bringen.
Seine Witze sind abgedroschen, aber sein Kumpel lacht wie verrückt. Joseph hilft ihm eindeutig dabei, diese schweren Zeiten zu überstehen.
Und mir hilft er auch.
Die letzten Artikel von Steve Theobald:
- Haiti: Feste Unterkünfte und Schulbildung - 15.02.2010
- Haiti: Wie mit den Schmerzen umgehen? - 04.02.2010
- Haiti: Kindern Sicherheit geben - 03.02.2010








31. Januar 2010 um 17:52
Wirklich bewegend dieser Beitrag und er zeigt wie bewundernswert einfach und direkt Kinder mit dieser zerstörten Realität und dem Schmerz dahinter umgehen können .Joseph gibt Hoffnung – all denen die ihn in dieser Situation erleben dürfen und auch mir ,mit Jonica unserem Plan Patenkind , von dem wir nicht wissen ob sie und ihre Familie gesund sind .Alles was uns hier , weit weg bleibt , ist Ihnen und allen anderen dort mit unseren positiven Gedanken ganz viel Kraft zu senden . G.Baldassar
1. Februar 2010 um 15:35
Die Haitianer (Besuch 2001), Dominikaner, Kubaner, Jamaicaner sind, nach unserer Erfahrung bei Reiseaufenthalten – fröhliche, erfindungs- u. ideenreiche Lebenskünstler…. Trotz / gerade wegen der großen Armut! ….denke, dass auch durch das Leben mit viel Entbehrungen mit dazu beitrug, viele lebende Opfer nach mehreren Tagen zu bergen.
Wir hoffen, dass unser neuer Patenjunge und auch Roselin + Roselinda, der 5 Jahre lang unser Patenkind war und seine Schwester, bei den Überlebenden sind…! H. Sonnenfroh