Monatsarchiv für November 2009

 
 

Feste feiern in Cumbana

von Linda Raftree

Die Gruppen hatten ihre Aufführung am 20. November, dem zwanzigsten Jahrestag der Kinderrechtskonvention. Rund 300 Menschen der naheliegenden Primarschulen und Gemeinden kamen zu der Veranstaltung. Das Wandbild der Malereigruppe stand am Eingang des Geländes. Die Musikgruppe sang unter einer riesigen orangefarbenen Plane zwei Lieder über Bildung und Aids-Prävention und führte einen Tanz auf. Die Mediengruppe zeigte sechs ihrer Videos über das Leben in der Gemeinde, den Fluss, den Müll auf dem Markt, die Disco und die einheimischen Kinos. Die Journalisten-Gruppe präsentierte ihre Gemeindezeitung und die Theatergruppe führte ihr Stück auf.

Mädchen sein
In dem Theaterstück ging es um ein Mädchen, dessen Vater sie für Geld verheiratet. Man bringt sie zu ihrem neuen Mann und sie wird schwanger. Ihr Mann beschimpft sie, ist Alkoholiker und bringt andere Frauen mit nach Hause. Er schlägt sie, aber ihre Mutter findet es heraus und geht zur Polizei. Die Polizei kommt zu dem Mädchen nach Hause und nimmt den Fall auf. Sie ermahnen ihren Mann und drohen ihm mit Gefängnis. Dieses Problem kann aber schnell mithilfe eines kleinen privaten Gespräches und Bestechung gelöst werden. Also wendet sich das Blatt und das Mädchen wird ermahnt, ihren Mann niemals schlecht zu behandeln. Sie hätte es verdient. Sobald die Polizei geht, schlägt der Mann das Mädchen wieder und brüllt sie an, so wie ihr Vater ihre Mutter angebrüllt hat: “In diesem Haus hat der Mann das Sagen!“


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Mädchensein in Cumbana

von Linda Raftree

Manchmal ist Mädchensein kein Honiglecken. Wir hatten gehofft, dass 50 Prozent der Teilnehmer an unserem Kunst- und Medienprojekt in Cumbana Mädchen sind. Am Ende waren es 15 Mädchen und 40 Jungen. Die Jungen sprachen dieses Problem am dritten Tag des Workshops an (ohne, dass die Moderatoren darauf hingewiesen haben): “Warum sind hier nicht mehr Mädchen? Und die Mädchen, die hier sind, sagen gar nichts. Sie sitzen nur da.“ Oder: “Sie haben keinen Ergeiz, sich zu verbessern, also kommen sie nicht mal zu Workshops wie diesem, auch wenn sie könnten.“

Die meisten Mädchen hörten sich diese Kritik an, ohne zu antworten. “Mädchen, was habt ihr dazu zu sagen?“ fragte einer der Moderatoren. Schweigen. “Seht ihr, selbst jetzt sitzen sie nur da und verteidigen sich nicht“ beschwerten sich die Jungen. Wieder Schweigen. Schließlich sagte ein Mädchen: “Ihr wisst nicht, wie es ist. Wir dürfen eigentlich nicht herkommen. Es ist sehr schwierig für uns. Unsere Eltern haben kein Vertrauen zu uns. Sie glauben, wir kommen nur hierher, um zu spielen. Sie wollen, dass wir Zuhause bleiben und arbeiten, wenn wir nicht in der Schule sind.“ “Aber ihr habt doch denselben Brief von der Schule bekommen! Warum lernt ihr nicht, mit euren Eltern zu verhandeln, wie wir?“ fragen die Jungen. Wieder Schweigen.


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Wir setzen Cumbana auf die Landkarte

von Linda Raftree

Ich arbeite mit 55 Jugendlichen an dem Kunst- und Medienprojekt in Cumbana, einem Dorf rund 450 km nördlich von Maputo, der Hauptstadt von Mosambik.

Wenn Sie jemals versuchen würden “Cumbana“ zu googeln, fänden Sie Informationen über einen Fotografen mit diesem Namen oder Links zu Hotels an nahegelegenen Stränden, mehr nicht. Das war Teil unserer Internet-Session am Dienstag mit den Jugendlichen. “New York“ zu googeln brachte ganz andere Ergebnisse. Aber warum?


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…und dann kam der Regen.

von Alf Berg

Nach sechs Jahren Dürre in Folge erreichte letzte Woche der Regen endlich den Südwesten von Kenia. Allerdings kam er für die meisten Bauern zwei Wochen zu spät.

„Noch vor einem Monat war ich ein reicher Mann. Jetzt bin ich arm.” Der Bauer Utungo Mbitti sucht Schutz in seiner Hütte. Hinter der hölzernen Tür fällt der Regen wie aus Kübeln und verwandelt seinen Garten in eine riesige Pfütze. Wenn man sich auf Utongos Grundstück umsieht und Tiergehege und Gebäude erblickt, ist leicht zu erkennen, dass es ihm einmal gut gegangen sein muss. Aber die Gehege sind jetzt leer: Die Dürre hat ihm alles genommen.

„Gerade vor einem Monat hatte ich eine große Rinderherde mit 32 Kühen. Heute bleiben mir nur sechs von ihnen. Die diesjährige Dürre beendet die jahrelange Trockenzeit: Ich habe hier mein ganzes Leben lang verbracht. Niemals habe ich Dürren erlebt, die so lange anhielten wie jetzt. Wir hatten in der vergangenen Saison keinen einzigen Tropfen Regen. Selbst in den beiden Jahren zuvor blieb uns nichts.“


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