Hier leben die Wasserbüffel
von Claire Grauer
Eine der interessantesten Erfahrungen meines Projektbesuchs auf den Philippinen vor einigen Wochen war der Besuch des Wasserbüffel-Projektes bei den Mangyan. “Die Mangyan“ sind eigentlich Angehörige sieben verschiedener indigener Gruppen, die im hügeligen Binnenbergland der Insel Mindoro leben. Manche Mangyan-Gruppen leben so zurückgezogen, dass sie noch nicht einmal Kontakt zu anderen Mangyan wünschen. Andere pflegen Handelsbeziehungen zu den Küstenbewohnern. Plan arbeitet mit einigen der Gruppen zusammen – führt Gesundheits- und Bildungsprojekte durch und eben das Wasserbüffel-Projekt.
Wasserbüffel leisten wichtige Unterstützung in der Landwirtschaft. Sie ziehen Arbeitsgeräte, tragen Lasten und leisten damit einen erheblichen Beitrag zum Einkommen von Kleinbauernfamilien bei. Die Bewohner der beteiligten Gemeinden entscheiden gemeinsam, welche Familien vom Projekt profitieren – und nachbarschaftliche Absprachen erlauben auch immer mal das Ausleihen des ein oder anderen Tieres.
Ein Besuch bei den Mangyan ist eine Lehrstunde über “Wie arbeitet Plan in den Gemeinden“. Viele Dörfer sind nur über lange Fußwege zu erreichen, so das Dorf Malutok, zu dem wir zwei Stunden lang zu Fuß gehen. Zunächst eine Stunde lang steil bergauf, danach eine weitere Stunde über eine Art Hochebene, durch Bananenwälder, Reisfelder und über lehmige, ausgetretene Wirtschaftspfade. Mit den eigenen Beinen erlebe ich, was es heißt, “in abgelegenen Gemeinden“ zu arbeiten – die Kollegen vor Ort besuchen die Gemeinden ja regelmäßig und ich habe wirklich Respekt vor ihrem Einsatz. Wie gesagt, die meisten Gemeinden sind nicht mit dem Auto zu erreichen.
Sobald wir die Hochebene mit den Reisfeldern erreicht haben, halte ich gespannt Ausschau nach den Wasserbüffeln. Und der erste lässt auch nicht lange auf sich warten. Er zieht einen Pflug durch ein schlammiges Feld, auf dem im Anschluss Reissetzlinge ausgesetzt werden. Wir passieren zwei, drei Tiere, die nahe Wohnhäusern grasen. Schließlich, im Dorf angekommen, erfahre ich, dass die Mehrzahl der Tiere gerade mit ihren Besitzern unterwegs sind, um Güter zu den Märkten in den Küstengemeinden zu bringen. Nur die Jungtiere haben an diesem Tag Zeit, das zu tun, was ihr Name so schön beschreibt: Sie holen sich eine wohlverdiente Abkühlung.
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