Kinder schützen Küsten auf den Philippinen

von Claire Grauer

Der Ort: Salcedo, Provinz East Samar, Philippinen
Die Akteurinnen und Akteure: Mädchen und Jungen der zur Gemeinde Salcedo gehörenden Dörfer

Vom Pazifik kommende Taifune prallen als allererstes auf die Küsten der philippinischen Provinz East Samar. Dort richten sie verheerende Schäden an. Siedlungen werden zerstört, Lebensmittelvorräte verderben, Menschen und Tiere kommen zu Schaden. Einen natürlichen Schutz für die Küstenbewohner bieten Mangroven, die jedoch in der Vergangenheit oft abgeholzt wurden – Feuerholz ist knapp. Auch durch andere menschliche Eingriffe ist das besondere Ökosystem der Inseln und ihrer Küsten bedroht. Dynamitfischen zerstört Korallen und dezimiert Fischpopulationen, Abholzung von Wäldern in höheren Lagen führt zu Erdrutschen und Überflutungen im Flachland.

Doch langsam ändert sich das Bewusstsein der Menschen und immer mehr Küstenanwohnerinnen und –anwohner werden zu Umweltschützern. Mit Unterstützung durch das Auswärtige Amt führt Plan in der Gemeinde Salcedo zurzeit ein Pilotprojekt im Bereich des Küstenschutzes durch. Wie immer spielen die Kinder eine besonders wichtige Rolle. Sie nehmen an allen Projektaktivitäten teil – von der Planung bis zur Durchführung. Und sie freuen sich schon jetzt auf die Zeit, wenn sie erwachsen sind und ihren Kindern die Schönheit ihrer Küsten zeigen können.

Bei meinem Besuch in mehreren Dörfern im Umland von Salcedo bin ich sehr beeindruckt vom großen Engagement der Kinder. Hier ein Beispiel:

Direkt vor der Insel Mwalimaliw hat eine Gruppe von Kindern vor Kurzem zwei Hektar Mangroven gepflanzt. Auf dieser Insel nahm auch das Küstenschutz-Projekt Gestalt an, da die örtlichen Fischer gerne ein Meeresschutzgebiet ausweisen wollten, ihnen jedoch die dafür nötige Ausrüstung fehlte.

Zur Überwachung solcher Schutzgebiete ist vor allem ein Patrouillenboot notwendig, das nur für diesen Zweck eingesetzt werden soll, einzige Ausnahme sind Rettungseinsätze. Wichtig ist auch der Bau von Hütten in der Nähe der Schutzgebiete, damit die Fischer, die sich schichtweise bei der Wachtätigkeit abwechseln, vor Wind und Wetter geschützt sind. Sie passen zum Beispiel auf, dass keine illegalen Fischfangmethoden wie das Dynamitfischen angewandt werden.

Aber zurück zu den Kindern: Im Dorf Caga-ut, dessen tiefliegenden Häuser oft vom nahen Fluss überflutet werden, gibt es seit einiger Zeit ein einfaches Frühwarnsystem: Einen Niederschlagsmesser und einen Pegelstandanzeiger am Fluss. Die Vorsitzende des Gemeinde-Kindervereins zeigt mir, wie sie die Regenmenge misst und die Pegelstände überwacht. Gewissenhaft führt sie Buch: Jeden Morgen um acht Uhr und jeden Nachmittag um 17 Uhr schreibt sie den Wasserstand auf. Regnet es, verfährt sie genau so mit der Niederschlagsmenge.

Bei anhaltendem Regen oder steigendem Flusspegel können die Kinder ihre Gemeinde nun rechtzeitig warnen. Alle Bewohner flussnaher Häuser können in den höher gelegenen Gebäuden des Ortes, wie etwa der Schule oder der Kirche, Zuflucht suchen. Ein weiterer wichtiger Effekt dieser Maßnahme ist, dass mit der Zeit eine Datensammlung entsteht, die Auskunft über die Regenmengen der vergangenen Monate und Jahre gibt.



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Ein Kommentar zu “Kinder schützen Küsten auf den Philippinen”

  1. Aurora Abude Schäfer
    13. Oktober 2009 um 15:21

    Es ist wirklich erfreulich das die Kinder dort in Salcedo, E.
    Samar schützen Ihre Natur Umgebung. Ich war selber dort im
    März, 2009 um eine “Eco Tour” zu organisieren. Die Eltern
    sind traurig weil Sie können nicht die illegale Fischer (aus
    fernen Orten) verhindern Es fehlen mindestens schnell Boot und gute Laterne. Die Einvowhner können abwechseln Wache halten aber ohne diese kostbare Ausrüstung sind sie hilflos.Ihre sehr wenig Einkommen reicht nicht mal Ihre Kinder Gesunde Nahrung zu versorgen.

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