Kaya, Macht und Frauen in Kenia
von Linda Raftree
Was am Tag zuvor geschah: Die Jugendlichen, die an einem Medienprojekt im Projektgebiet Kwale in Kenia teilnehmen, bereiten Themen und Interviews für den nächsten Tag vor. Es sollte die Einführungszeremonie eines Mannes in den Ältestenrat im Kaya stattfinden. Diese Zeremonie hat kulturell und politisch eine sehr große Bedeutung, deshalb wird die ganze Region an den Feierlichkeiten teilnehmen.
Heute Morgen um 9:00 Uhr nahmen wir einen der klapprigen Minibusse, die es fast überall auf der Welt gibt, in die Stadt Kwale zur Kaya Zeremonie. Neun Zelte standen um die zentrale Bühne, eines jeweils für den Ältestenrat und Clan einer der neun ethnischen Gruppen, die in der Küstenregion leben. Wir waren in einem bewaldeten Park mit einer Lichtung in der Mitte. Es war ziemlich leer als wir ankamen, wurde aber im Laufe des Morgens voller. Das Spannendste war, dass jede ethnische Gruppe eine eigene Tanztruppe hatte. Wir (die Medien-Kinder und ich) filmten einige Tänze und Anthony führte einige Interviews. Um 13:30 Uhr kam der neue Kaya, umgeben von den singenden Ältestenräten “Kaya, Kaya!” Er war letzte Nacht bei der privaten Zeremonie gewesen, heute war die öffentliche.
Die Tänze begannen und danach kamen die Reden – und ich verlor das Interesse, genauso wie die meisten aus unserem Team. Sie sagten, dass die Zeremonie jetzt anfing politisch zu werden und es ginge gar nicht mehr um Kultur sondern nur um Politik. Gestern hatten die Kids des Medienprojekts beschlossen, sich auf dieses Thema zu konzentrieren, weil die meisten Jugendlichen nicht so genau wussten, worum es bei Kaya ging, obwohl der Kaya sehr viel Macht hat. Die Jugendlichen hofften, dass sie eines Tages Zugang zu dieser Macht bekämen. Nur, wie sollten sie das machen, wenn sie gar nichts darüber wussten?
Eine weitere Geschichte mit der sich die Jugendlichen beschäftigen wollen, ist das Verhältnis zwischen Frauen und Macht. Die gesamte Gruppe kennt sich mit Gender sehr gut aus, was ich sehr interessant finde, da viele Themenideen zu Gleichberechtigung aufkommen und ihre Einsichten sehr umfassend sind, wenn es um den Zusammenhang mit Kultur, Tradition und der heutigen Welt geht.
Ali K sprach beim Abendbrot über das Thema Erbschaft und darüber dass in seiner Gemeinde Frauen nicht erben können. Wenn ihre Männer sterben, müssen sie in den Haushalt der Eltern zurückkehren und werden vom Vater oder einem Bruder versorgt. Ali’s Vater starb vor ein paar Jahren und so war seine Situation: “Mir wurde die Problematik dieser Situation erst bewusst als ich selbst davon betroffen war. Seitdem unterstütze ich Frauen und Mädchen ganz besonders.” Anthony übersetzte dann die Diskussion, die daraufhin aufkam über Mädchen, die oft das Gefühl haben, dass es für sie keinen Sinn macht, sich bei der Dorfentwicklung oder in der Schule zu engagieren, weil sie sowieso nie eigene Entscheidungen treffen können.
English: Kaya, Power and Women in Kenia
We went this morning around 9 on a rickety microbus, like the ones you see pretty much everywhere in the world, to Kwale Town to the Kaya Ceremony. There were 9 tents set up around a center stage, one for the elders and clan from each of the 9 ethnic groups making up the coastal area. The place was a big tree covered park with a central clearing. It was pretty empty but filled up as the morning went on. The coolest thing was each different ethnic group had a dance group. We filmed a few of them and Anthony did some interviews. Around 1.30 or so the new Kaya came in surrounded by the other elders, chanting “kaya! kaya! “ He had been in another ceremony last night that was private and today was the public one.
The dances started and soon after speeches – and I rather lost interest as did most of our team, saying that the whole tradition had become political and it was not much about culture anymore, but politics. The main story that the team is agreed to focus on yesterday is that most youth don’t really know what the kaya is all about, yet the kaya holds lots of power, and the youth hope to access that power someday, yet how will the access it if they don’t know anything about it.
Another story that they want to do is related to women and power. The whole group is really gender sensitive which I’m finding really interesting because lots of gender issues are coming up and their insights are really profound as related to culture, tradition, and today’s world.
Ali K was talking at dinner about inheritance, and that in his community/culture, women cannot inherit. If their husband passes away, they must return to their parents’ home and be cared for by a father or brother. Ali’s father passed away several years ago and this was his situation. “I became aware of this as a problem because of my own situation, and since then I’ve become very supportive of girls and women.” Anthony translated for me the discussion that ensued about how girls often don’t feel there is any point in being involved in the development process or in school because they can never own or make any decisions, so what is the point.
Die letzten Artikel von Linda Raftree:
- Bevor Frauen Frauen werden, sind sie Mädchen - 05.03.2011
- Ich habe eine Tochter - 22.09.2010
- Reisetipps für meine Freunde - Reise-Know-How aller Art - 28.07.2010
- Reisetipps für meine Freunde - Nahrung und nützliche Dinge des Alltags - 25.07.2010
- Reisetipps für meine Freunde - Kleidung - 22.07.2010








8. Mai 2009 um 21:47
passt nicht GANZ hierher, aber immerhin zu Afrika:
…)
angeblich will ELTERN für jede richtige Quizantwort 5 Unterrichtsminuten für afrikanische Kinder an PLAN spenden, also quizt mit:
http://www.eltern.de/service/quiz_spender.html
Manuela (hab schon 6 Schulstunden gespendet
12. Mai 2009 um 13:58
Hallo Manuela,
die Aktion von Eltern hat schon ihre Richtigkeit
. Danke für die Spende!
29. Juni 2009 um 10:16
Hallo Manuela,
guter Tipp, das geht ganz nebenbei, und man erfährt noch manche interessante Kleinigkeit
. Habe auch vorerst bei 6 Stunden aufgehört.