Monatsarchiv für September 2008

 
 

Ankunft in Gatsibo

von Linda Raftree

Habe um ca. 9:00 Uhr aus dem Ninzi Hill Hotel ausgecheckt und den Tag im Büro mit den Vorbereitungen der ersten Tage auf der Agenda, dem Überprüfen des Equipments, der Installation von Software etc. verbracht. Wir sind um halb vier nach Gatsibo aufgebrochen und haben unterwegs Halt gemacht, um etwas Mittag zu essen… und ich spreche hier von Speisestärke!! Ich denke das ist, was mich in den nächsten paar Wochen erwartet: Kochbananen, Maniok, Pasta, Kartoffeln und Reis waren die Hauptgänge. Ich habe ein paar Erbsen dazu getan, für die Abwechslung und damit ich nicht nur weißes Essen auf meinem Teller habe!

Die Fahrt war wundervoll – die Gegend erinnerte mich an die hügelige Landschaft El Salvadors oder Honduras’ – wirklich grün (obwohl es Trockenzeit ist) mit rotem Staub. Wir sind am Muhazi-See vorbei gefahren und an der Privatresidenz des Ruandischen Präsidenten wo er Rinder hält und scheinbar auch den Großteil seiner Zeit verbringt. Wir werden dort das Wochenende verbringen, als kleine Pause, da das Hotel netter ist und der See wunderschön.


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Die Genozid-Gedenkstätte

von Linda Raftree

Joseph und Tony holten mich um 09:00 Uhr ab, um die Innenstadt von Kigali anzusehen und dann zur Genozid-Gedenkstätte zu gehen. Kigali ist so sauber. Ich denke das ist es, was so angenehm ist, man sieht kaum irgendwelche Abfälle irgendwo herumliegen; wie es sonst der Fall ist. Es gibt auch dieses Verbot von Plastiktüten, was sehr cool ist. Ich bin sicher, das hilft eine Menge.

Die Gedenkstätte war sehr bedrückend. Sie ließ mich viel nachdenken – was ich seit meiner Ankunft bereits tue, und auch in El Salvador viel getan habe – über die Natur des Menschen und wie solche Dinge tatsächlich passieren können. Wie weit Menschen gehen können und wozu sie, mich eingeschlossen, unter gewissen Umständen fähig wären, sowohl hinsichtlich der Fähigkeit solche Verbrechen zu verüben als auch sie zu überleben. Ich hoffe, ich werde es niemals herausfinden.

Außerdem wurde bei der Betrachtung der Ausstellungsstücke über andere Genozide sehr klar, wie viel Mitschuld andere Länder an diesen furchtbaren Kriegen und Genoziden tragen. Wie ignorant die Kolonisten waren, wie arrogant. Ich wusste das bereits, aber die Erkenntnis trifft einen sehr stark, wenn man Kambodscha, Nigeria und Ruanda in derselben Gedenkstätte sieht.

Morgen gehen wir früh ins Büro um uns vorzubereiten. Die Partner kommen um 10:00 Uhr um den Zeitplan fertig zu stellen und um 14:00 Uhr brechen wir auf zum Bezirk Gatsibo. Wir werden ca. 16:00 Uhr ankommen und uns in dem “nicht so netten” Hotel niederlassen und uns auf morgen vorbereiten. Ich bin aufgeregt – und muss unbedingt packen!


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