Monatsarchiv für September 2008

 
 

Reis, Fischen und Cool Sein

von Linda Raftree

Fotos: (v.l.n.r.) Auf dem Damm, bei den Fischen, im Reisspeicher

Heute hatten wir ein Auto, darum fuhr ich mit den zwei Video-Gruppen zum Filmen in die Gemeinde. Wir fuhren ziemlich weit, mit 21 Personen in einem Transporter. Bernard zeigte mir die halbstündige Fernsehsendung, die er produzierte. Sie heißt “B-Kool” und behandelt Themen wie Mode, Musik und alles, was cool ist.

Unsere Gruppe stieg zuerst aus und wir filmten den Damm, der die Reisfelder bewässert. Joseph und ich blieben beim Haus des Dammwärters, während die anderen los zogen, um ein paar andere Geschichten zu filmen, wie den Reisanbau und das Fischen. Wir mussten länger als zwei Stunden auf sie warten. Aber Jacques war davon ausgegangen, dass uns wieder die Kinderschar “Muzungo” – rufend folgen würde. Um 12 Uhr kam der Wärter mit einer Schüssel voll mit erstaunlichem Essen – gekochte Bananen, Bohnen, Möhren, ein kleines Zucchini-ähnliches Gemüse, und alles in einer milden Chilisoße. Sehr lecker.

Die Gruppe kam zurück und erzählte, was sie gefilmt hatten und dass sie ganz tolles Material hätten. Es gäbe da nur ein Problem – sie hatten die Kamera ins Wasser fallen lassen… Jacques ging aber davon aus, dass alles ok sei (so war es auch). Wir saßen noch eine Stunde zusammen und warteten auf das Auto. Währenddessen lernte ich einige Sätze auf Kinyarwanda, was cool war.


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Hinaus in die Gemeinden

von Linda Raftree

Die Kinder arbeiteten heute wieder in Gruppen. Am Morgen planten sie, was sie filmen wollten und um 11:30 Uhr machten wir uns dann auf den Weg. Ich ging mit Jacques und ca. 7 Mädchen und Jungen. Wir gingen zum Muhazi See (wo wir das Wochenende verbracht hatten), aber erreichten ihn von einer anderen Seite. Es dauerte ungefähr eine Stunde, wir machten unterwegs Fotos. Wir gingen entlang einer sehr sauberen Schotterstraße, gesäumt von rechteckigen Lehmhütten. Es war an einigen Stellen etwas unangenehm, da wir eine ziemlich große Schar von Kindern anzogen, die ständig “Muzungo” sagten (Weiße). Eine Zeitlang war es ok, bis wir zu der Grundschule kamen. Unglücklicherweise war gerade Schulpause, also folgten die Schüler uns auch (naja, mir) einige Kilometer und sagten “Muzungo, Muzungo”. Einige Erwachsene kamen und machten ein Foto von mir, was sich für mich etwas seltsam anfühlte, aber ich machte gerne mit – es ist ein Geben und Nehmen!

Schließlich hatte Jacques genug davon und sagte den Kindern, dass sie sich sehr rüde verhalten, wie zurückgebliebene Dörfler, wenn sie mir überall hin nachliefen als hätten sie nie einen “Muzungo” gesehen!


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Wochenende am Muhazi See

von Linda Raftree

Wir probierten das Frühstück im Hotel, aber es waren wieder Eier, womit Chrystal nicht klar kam. Also machten wir uns fertig und gingen zu der Bar hinüber, in der wir am Vorabend waren. Wir saßen den ganzen Tag an einem Tisch auf dem Dock über dem Wasser, hatten ein großes Mittagessen, hörten Musik und entspannten uns. Wir machten auch eine Bootsfahrt auf dem See, bevor wir für ein Nickerchen ins Hotel zurückgingen. Und dann ging’s wieder zurück in die Bar.

Der nächste Morgen war etwas hart, weil es kein Wasser gab und wir alle sehr müde waren. Wir gingen ins Restaurant für ein ausführliches Mittagessen und dann fuhren wir zurück in das Kirimuruzi Hotel für ein Vorbereitungsmeeting um 14:00 Uhr.

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Alles läuft wie geschmiert

von Linda Raftree

Ich wasche meine Haare jeden zweiten Tag, weil das kalte Wasser am Morgen doch etwas brutal ist. Es ist interessant sich morgens nur mit einem winzigen Handspiegel fertig machen zu können. Ich frage mich, wie ich jetzt eigentlich aussehe. Schließlich konnte ich mein Gesicht eine ganze Woche lang nie ganz sehen!

Das Training war heute locker für mich, weil die Kinder alle in ihren Gruppen arbeiteten und ich herumwandern und schauen konnte, was passierte. Tatsächlich machte ich vor dem Mittagessen ein paar Stunden Pause, weil ich das Gefühl hatte im Weg zu sein. Die Kids blieben bis vier Uhr und arbeiteten am Skript für das Theaterstück, lernten mehr über das Filmen, wie über Winkel, usw. und bereiteten die Zeichnungen für die Landkarte vor.

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Ruanda: Tag vier

von Linda Raftree

Den heutigen Tag begannen wir damit, das Tagesprogramm durchzugehen. Wir mussten aber bald ins Trainingszentrum und wurden beim Frühstück mit unseren Planungen nicht fertig. Also arbeiteten wir daran weiter, während Mustafari schon mit den Kindern einige Spiele und Aufwärmübungen machte. Danach teilten sich die Kids in Gruppen auf und begannen mit der Arbeit. Die Kinder in der Kunstgruppe waren sehr bei der Sache, als Chaka ihnen Siebdruck beibrachte und ihnen zeigte, wie man Schablonen macht, mit deren Hilfe man an Hauswände malen kann. Sie sahen darin sofort die Möglichkeit, Geld zu verdienen. Sie bastelten Taxi-Schilder und malten sie an. Am Nachmittag malten sie mit Wasserfarben.

Die Videogruppe überlegte was sie filmen wollte. Einige der Themen waren: Der Fortschritt, den sie in der Region schon erreicht haben – zum Beispiel den Sendemast, dass sie jetzt Strom haben und ein kleines Krankenhaus; den YETAM Workshop – sein Ziel ist den Kinder Gehöhr zu verschaffen und Plan finanziert ihn; der Einfluss des Genozid – gegen die Genozid-Mentalität zu kämpfen nach den Auswirkungen von Aids; Umweltschutz, besonders die Bodenerosion; das Leben der Kinder, die nicht zur Schule gehen.

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Los geht’s

von Linda Raftree

Die Nacht war ein bisschen unruhig, weil die ganze Zeit evangelikalisches Fernsehen in höchster Lautstärke im Hauptraum des Hotels lief, was durch den Innenhof direkt in mein Zimmer schallte. Ich stand um 5:30 auf um zu duschen – kaltes Wasser, aber ich wusch trotzdem meine Haare. Die Luft ist recht kalt um diese Zeit am Morgen, also ist es auch nicht besonders erfrischend, sondern einfach nur kalt. Aber es ist leicht in die alte Routine zurückzufallen, die ich aus El Salvador kenne. Außer mir war niemand bei dem, um 6:15 angesetzten Treffen, also wanderte ich herum, hinein ins Zimmer und wieder heraus und wartete ab, was passieren würde. Frühstück kam erst sehr spät – ich vermute mal, dass sie auf so viele Gäste nicht vorbereitet waren. Schließlich fingen wir um 7:45 an zu essen – Tee und Eier und Brot (lecker) und waren spät im Trainingszentrum – 10 Minuten Fußweg vom Hotel.

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