Zweiter Trainingstag in Ruanda

von Linda Raftree

Kinder in Ruanda

Heute ist in Ruanda ein Feiertag, daher habe ich lange geschlafen und hatte etwas Zeit, einige andere Aufgaben nachzuholen. Ich habe letzte Nacht gut geschlafen, hatte aber eine erste nächtliche Begegnung mit einer Mücke. …ärgerlich, wie sie einem ins Ohr sirren. Und ich habe kürzlich aufgehört Malariatabletten zu nehmen… aber ich gehe mal davon aus, dass eine einzelne Mücke nicht schaden wird. Dennoch, ich werde sehen, wie es in Gatsibo ist.

Gestern Abend gingen wir zur Bank, um den Scheck für das Training in den nächsten drei Wochen einzulösen. Wir standen – ich scherze nicht – zwei volle Stunden in der Schlange. Es müssen hundert Leute vor uns in der Schlange gestanden haben, der Raum war völlig überfüllt.


Mir wurde schlagartig klar, wie nett Debitkarten und Bankautomaten sind…wir betrachten sie als selbstverständlich, aber stell dir vor, du müsstest dein Leben mit Bargeld bewältigen, alle Rechnungen in bar bezahlen und dafür jedes Mal eine Stunde oder so in der Schlange stehen. Wow. Ich bin sehr froh über mein Online-Banking.

Wir gehen heute Abend aus (ich habe endlich auch etwas Geld gewechselt!) und morgen werden mir ein paar Kollegen Kigali zeigen. Wir sehen uns die Innenstadt an und auch die Genozid-Gedenkstätte. Ich frage mich, wie sich das anfühlen wird. Kigali, wie ich es jetzt kennen lerne ist so ruhig und ordentlich, so nett, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass genau hier vor weniger als 15 Jahren ein blutiger Massengenozid stattgefunden hat. Ich denke, die Gedenkstätte wird ziemlich überwältigend sein.

Um zwei Uhr habe ich eine Telefonkonferenz zu Plans Teilnahme am dritten Weltkongress über die sexuelle Ausbeutung von Kindern. Ich hoffe, mein Telefon funktioniert gut genug, um die Verbindung herzustellen. Ich nehme an der Kommission zur Partizipation von Kindern und Erwachsenen (CAPC) teil, zusammen mit Leuten von UNICEF, ECPAT und mehreren Sektionen von „Save the Children“. Zur Beteiligung von Kindern an der Konferenz gibt es noch eine Menge Dinge auszuarbeiten und es ist nur noch sehr wenig Zeit, da sie schon Ende November stattfindet… Innerhalb von Plan gibt es dazu eine weitreichende Arbeitsgruppe von Kollegen aus verschiedenen Ländern und Regionen. Diese werden durch den leitenden Koordinator in unserem schwedischen Büro mit Plans globalen Abläufen verbunden. Ich versuche dann, die Verbindung zwischen CAPC und der Plan Arbeitsgruppe zu sein. Zeitweise ist es etwas verwirrend mit so vielen Informationen und zeitgleichen Ereignissen in so einem geringen Zeitrahmen.

An der Heimatfront…Clare (meine Tochter) hat entschieden, sich die Haare abschneiden zu lassen und sie lässt es möglicherweise machen, während ich weg bin (huch!!!). Sie spendet es an “locks of love”, damit Perücken für Krebs-Überlebende angefertigt werden können. Ich hoffe, sie schickt mir wenigstens ein Foto des neuen Haarstils, damit ich weiß, was mich erwartet. Sie entwickelt ihren Sinn für Stil und ähnliches, seit sie gerade mal 12 Jahre alt ist.

English: 2nd day of Ruanda training
Today’s a holiday in Rwanda so I slept in late and have some time to catch up on other work. Slept well last night but encountered my first nighly mosquito…. annoying how they buzz in your ear. And I stopped taking the malaria pills…. but I figure one mosquito won’t hurt. I’ll see what Gatsibo is like though….

Last night we stopped by the bank to cash the check to cover our expense for the next 3 weeks and waited in line, I kid you not, for 2 whole hours. There must have been 100 people in line ahead of us, the place was wall to wall. I realized how nice debit cards and ATMs are…. we take them for granted, but imagine if you had to manage your life in cash, pay all bills in cash, and wait in line for an hour or so every time to do it. Wow. I feel so lucky with my online banking.

We’re going to hit the town tonight (I finally changed some money too!) and then tomorrow Joseph, his girlfriend and other friend Tony are going to take me around Kigali. We’ll see the downtown and also visit the Genocide Memorial. I wonder how that will feel. The Kigali that I’m seeing is so calm and orderly, so nice, that I can’t imagine that less than 15 years ago there was bloody mass genocide happening right here. It think the memorial will be pretty overpowering.

At 2 I have to be on a conference call related to Plan’s participation in the 3rd World Congress on Child Sexual Exploitation. Hoping my phone works well enough to make the connection. I’m participating on the Child and Adolescent Participation Commission (CAPC) with people from UNICEF, ECPAT and Save the Children in different countries. There is a lot of stuff to work out still regarding children’s participation in the conference and very little time since it’s happening at the end of November…. Within Plan there is a broad task force from all the different regions who are feeding into the process in different countries and regions, and the linking in to Plan’s global process via the lead coordinator for it in our Swedish office. Then I’m trying to be the link between the CAPC and the Plan task force. It’s a bit confusing at times with so much information and so many things happening at once and such a short time frame.
On the home front…. Clare (my daughter) has decided to get her hair cut and she might do it while I’m gone (Gasp!!!). She’s donating it to locks of love to make wigs for cancer survivors. I hope she at least sends me a picture of the new style so I’ll know what to expect. She’s developing her sense of style and stuff since she’s almost 12.



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