Monatsarchiv für Juli 2008

 
 

Zurück nach Dakar

von Linda Raftree

Auf dem Rückweg fuhren wir durch eine ganze Reihe städtischer Gemeinden in Strandnähe, um den Stau zu vermeiden. An einer Stelle pflügten wir regelrecht durch ein großes Sandfeld, in dem all diese Typen Fußball spielten, und bahnten uns unseren eigenen Weg. Es gab so viel zu sehen – Menschen, die Mangos verkaufen, Baobab-Früchte, Fische, Kinder, Ziegen, Autos, Busse; Männer und Frauen saßen entlang der schmalen, verschlungenen Straßen neben den großen Sandflächen die zur Küste führten und unterhielten sich. Am Strand war ein einziges Menschen-Gewimmel: Sie spielten Fußball, machten Sit-ups oder joggten in Gruppen von 2-3 Leuten oder der Größe eines Fußballteams. (Ich war noch nie in einem Land, wo so viele Leute joggen – zu allen Tageszeiten und in jeder Art von Bekleidung – von Laufschuhen über Flip Flops zu sogar kleinen Gruppen junger Frauen mit Kopftüchern.) Ich musste an Layes Begriff des „sozialen Lebens“ denken und dachte, dass es wirklich so ist. Wenn ich jemals in den Senegal ziehe, möchte ich in einer Gegend wie dieser leben, wo Menschen eher „sozial leben“ als in den exklusiveren Gegenden. Dort neigt man eher dazu, drinnen zu bleiben. Die einzigen Leute, die man tatsächlich draußen trifft, sind die Männer, die in der Nähe der Eingangstür draußen auf Stühlen sitzen und alles im Auge behalten.


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Besuch in Notto, Thiés

von Linda Raftree

Heute sind wir in die Gemeinde Notto im Bezirk Thiès gefahren, wo Plan Senegal das Projekt durchführen wird. Ich nahm Clare mit, damit sie etwas vom Senegal außerhalb Dakars kennen lernt. Wir hielten zuerst im Programmbüro von Thiés.

 

Das Treffen in Notto (dem Dorf in Thiés, das am YETAM-Projekt teilnehmen wird) war wirklich sehr lang. Als wir aus dem Auto stiegen waren wir von Kindern umringt, die uns eine Weile nur anstarrten und dann gingen wir weiter unter einen Baum und setzten uns auf Matten. Der oberste Imam des Dorfes und einige andere aus der „Prominenz“ (wie sie sich nannten) saßen auf Stühlen und sprachen alle auf Wolof an (eine der wichtigsten regionalen Sprachen im Senegal), um das Treffen zu eröffnen. Für uns wurde ins Französische übersetzt und ich merkte: ich verstehe es eigentlich ziemlich gut! Sie dankten Gott und sprachen ein Gebet und sagten, dass sich das Gebet an die muslimischen, christlichen oder jüdischen Götter richte und wir alle zu demselben einen Gott beten. Dann wurden wir in der Gemeinde willkommen geheißen und die Kinder und Jugendlichen wurden ermutigt, ihr volles Vertrauen in die Leute von Plan, die mit ihnen an dem Projekt arbeiten würden, zu setzen. Uns wurde gesagt, dass wir auch die Gemeinde als unsere Familie ansehen sollen – dass wir Mütter, Väter, Schwestern, Brüder, Tanten und Onkel in der Gemeinde hätten und sie dasselbe in uns.


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Sozial Leben

von Linda Raftree

Laye und LindaWir sind vorgestern bei Mie eingezogen und haben seitdem sehr gut gegessen. Ganz viel Obst und Brot, Käse, usw. Gestern Abend gab es richtig leckeres Essen aus Äthiopien.

Nach der Arbeit traf ich Laye, einen Freund von Jessica aus dem Plan Büro. Wir trafen uns im Restaurant „Regal“ in der Nähe von Mie’s Haus und nahmen von dort einen „Car Rapide“ ins Stadtzentrum. Der „Car Rapide“ ist ein neues Erlebnis – ähnlich wie die Busse in El Salvador. Es sind kleine Busse, bemalt in allen Farben und wahrscheinlich alle 30-40 Jahre alt. Die Leute quetschen sich irgendwie hinein und die Rücktüren bleiben offen zum raus und rein springen. Die Busse riechen nach Diesel, aber der Abend war kühl und die Fahrt in die Innenstadt war sehr angenehm, weil alle Fenster offen standen. Wir sind am Poste Medina ausgestiegen und liefen ca. eine Stunde lang durch die Stadt, machten Fotos und sahen uns verschiedene Sachen an. Ich hatte „soziales Leben“ verpasst, wie Laye es nennt – etwas, das ich aus meiner Zeit in El Salvador kenne.

Scheinbar leben die meisten Menschen im Senegal sozial. Sie verbringen viel mehr Zeit draußen, fahren in überfüllten Bussen und leben in engeren Quartieren als wir.


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Ile de Gorée

von Linda Raftree

Die Tür ohne Wiederkehr, Ile de Goree, Senegal (Westafrika) Wochenende: Wir nahmen gestern ein Schiff zur Gorée Insel. Dort ist die berühmte “Tür ohne Wiederkehr”, wo Sklaven gehalten und dann auf die Schiffe nach Amerika gebracht wurden. Die kleine koloniale Stadt ist wunderschön und sehr entspannt, schöner Strand. Die Traurigkeit, die es hier mal gab ist schwer zu fassen. Ebenso wie die in vielen anderen afrikanischen Häfen, wo Sklaven gehandelt wurden.

Wir haben etwas gegessen (unsere vegetarischen Mahlzeiten in Restaurants scheinen aus beständigem Reis mit Pommes zu bestehen) und verbrachten etwas Zeit am Strand, und dann liefen wir ein bisschen herum, bis die Fähre um 16:30 ablegte.

Montag: Arbeitsbeginn um 9:00 mit einer kurzen Tour und Vorstellung mit Julie und Stefanie mit der ich im westafrikanischen Regionalbüro zusammenarbeiten werde. Wir haben heute die Webseite “West Africa Child Media” online gebracht, auf der das Projekt, an dem ich arbeite höchstwahrscheinlich auch residieren wird.


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Verdammte Moskitos!

von Linda Raftree

Mangos sind gesund und schmecken, nicht nur Vegetariern! (Foto: Finbarr O'Reilly/Plan)

Ich hatte einen guten ersten Tag in Dakar. Das Mittagessen war nett – Crèpes und Gemüse am Strand. Es ist immer wieder eine Herausforderung, in vielen Teilen der Welt Vegetarisches zu finden, aber die Erdnüsse hier sind unglaublich gut. Mie hat uns einen Eckladen gezeigt, der von einem Inder betrieben wird, und dort gab es Tonnen indischer Fertiggerichte. Und natürlich sind Mangos und andere Früchte auch perfekt, also ist alles in Ordnung.

Den Nachmittag haben wir bei Mie verbracht, zusammen mit ihrem Sohn Ben und ein paar anderen Leuten. Mies Partner Joaquim fuhr uns dann nach Hause. Dabei merkten wir, dass ich nicht erklären kann, wo ich jetzt wohne! Wir sind 30 Minuten um den Block gefahren, bis wir Villa 1223 fanden.

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Villa 1223

von Linda Raftree

Jetzt sind wir endlich in Dakar in der Villa 1223, unserem Zuhause für die nächsten drei Wochen. Meine Kollegin Kate hatte Clare vor unserer Abreise ein Bett geschenkt, das sie nicht mehr brauchte. Beim Zusammenbauen fiel mir das Bettgestell auf den Zeh. Der zerquetschte Zeh ist immer noch lila und tut weh. Ich hoffe es ist nicht Schlimmes.

Sichtbar hinkend ging ich den ganzen Weg, die Koffer hinter mir herzerrend, aus dem Bus zur U-Bahn zum Flughafen, durch den JFK Flughafen, die Pflaster wechselnd in den Toiletten…

Abgesehen vom unweigerlich dubiosen Moment der Ankunft am Flughafen in Dakar, als Männer mich zu ihren Taxis drängten und jeder mir beim Tragen meiner Koffer helfen wollte, sind wir gut angekommen. Ich hatte den ganzen Flug über geschlafen, während sich Clare drei Filme ansah.

Das Zimmer in der Villa 1223 ist sehr schön. Es ist in Lavendel gestrichen, hat ein Doppelbett, einen Schrank, ein Sofa, Frisiertisch, ein Bad mit Dusche und WC, Waschbecken und einen Eimer, um ein bisschen Wasser zum Waschen zu haben für den Fall, dass das Wasser abgestellt wird. Das einzige Problem ist, dass wir nicht in die Küche kommen, daher habe ich keine Ahnung, wie das laufen soll … (Siehe das Video für einen kleinen Rundgang!)

 


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