Monatsarchiv für Mai 2008

 
 

Typisch Südafrika?

von Josef Decosas

Nelson Mandela Platz in Johannesburg, Südafrika (Foto: Tim van Rooyen)Es ist Sonntag Abend. Ich bin im Oliver Tembo International Flughafen von Johannesburg (Südafrika) und höre zum ersten mal von den Ausschreitungen gegen Einwanderer in der Stadt. Ich bin auf dem Heimweg nach einer dreitägigen Aufsichtsratssitzung des Southern African AIDS Trusts (SAT), einer regionalen Aids Organisation die ich vor beinahe 30 Jahren mitgegründet hatte. Drei Tage in einem Konferenzzimmer in dem Luxusviertel Sandton.

Den ganzen Beitrag lesen »

Mach Dir keine Sorgen!

von Matthias Wevelsiep

Wir sollten Kinder nicht unterschätzen.Lange vor den Wahlen in Kenia war ich in Nairobi unterwegs zu einem Abendspaziergang. Ich setzte mich hin, um eine Pause zu machen, und ein kleiner Junge setzte sich neben mich. Der Junge lebte „auf der Strasse“ und wir fingen an uns zu unterhalten. „Was machst Du denn hier?“, frage der Junge. „Nur ein kleiner Spaziergang am Abend“, antwortete ich. Der Junge schien sich über etwas Sorgen zu machen, und er sagte ernsthaft „Du solltest nicht hier sein, es ist gefährlich für Dich, nachts auf der Strasse zu sein“. Er erklärte mir, dass er selbst einen Schutzvertrag mit einem Wächter vor der Bank habe. Er bezahlt einen kleinen Betrag und darf dafür neben dem Wächter auf dem Boden schlafen: „Mach Dir keine Sorgen um mich“, sagte er, „aber Du gehst bitte zurück ins Hotel, es ist hier ja nicht sicher“.

In dieser Nacht lernte ich etwas darüber, wie Gesellschaften Kinder schützen wollen. Hier auf der Strasse war es der Junge, der auf mich aufgepasst hat. Und obwohl mich seine Lebensbedingungen erschütterten, denke ich jetzt auch daran, Kinder nicht zu unterschätzen – selbst dann, wenn wir sie beschützen wollen.

Der grüne Saum der Philippinen

von Oliver Basu Mallick

Mangroven mit ihren Stelzwurzeln sind ideale WellenbrecherMangroven sind der Schutzmantel einer Insel. Mit ihrem dichten Wurzelwerk sichern sie die pazifischen Inseln vor der Wucht der Wellen und sind unverzichtbar für das komplexe Ökosystem der Region. Mangrovenwälder sind der “Kindergarten” für viele Jungfische, die zwischen den Wurzeln der Bäume Schutz finden. Außerdem reinigen die Mangroven die Küstengewässer von Schadstoffen.  

Siedlungen ohne Schutz durch Mangroven werden leicht überflutetSiedlungsdruck oder illegale Rodungen der Mangroven sind nur ein Grund für die Vernichtung dieses wichtigen Ökosystems in den Philippinen. Der Anstieg des Meeresspiegels, zunehmende Wasser- und Lufttemperaturen und höhere Wellen bei Stürmen gehören zu den weiteren Gründen, die für die Mangroven einen existenzbedrohenden Stress bedeuten. Sie werden in höher gelegene Gebiete zurückgedrängt, wenn dazu die Möglichkeit besteht. Denn in der Regel ist dieser Raum das Kernsiedlungsgebiet der Küstenbewohner. Die Zerstörung der schützenden Mangroven und Riffe bedeutete aber, dass die flachen Küstenstreifen der ganzen Wucht der Stürme ausgesetzt sind. Naturkatastrophen wie Überschwemmungen sind dann die Folge.