In Flip Flops kann man doch wandern
von Oliver Basu Mallick
Wir sind auf dem Weg zu einem Dorf der Mangyan, um den Fortschritt eines Projektes zu begutachten. Ein neuer Pfad ist durch den Tropenwald zu dem Dorf geschlagen worden. Er ist kürzer als der alte, statt neun Mal muss man nun nur drei Mal einen Fluss durchqueren. Dafür steigt der Weg steiler an.
Die Mangyan sind die indigene Bevölkerung auf Mindoro, der siebtgrößten Insel der Philippinen. Sie leben in den Bergen, weit ab von den Siedlungen der „Flachländer“. So werden die Filipinos genannt, die in den größeren Dörfern und Städten leben. In ihren abgelegenen Siedlungen schaffen die Mangyan es (noch), ihre Traditionen weiter zu leben. Aber ihre kulturelle Eigenständigkeit ist bedroht. Geologen vermuten umfangreiche Bodenschätze in ihren Gebieten. Dies ist sicherlich nur ein Grund, weshalb sie seit Jahren verzweifelt um ihre Landrechte kämpfen.
Noch leben die Mangyan so fernab moderner Siedlungen, dass man sie zumeist nur zur Fuß erreichen kann. Nach einer mehrstündigen Autofahrt erreichen wir den Rand eines geschlossenen Tropenwaldes. Wir stehen vor einem breiten steinigen Flussbett. Darin ein Fluss, der in der Regenzeit zu einem reißenden Strom anschwillt. Unser Führer der Mangyan sagt mir: „Wir müssen drei Mal den Fluss durchqueren. Kannst Du mit Deinen Schuhen da durch gehen?“ Ich verneine, das machen meine leichten Wanderschuhe denn nun doch nicht mit. Also, drei Mal Schuhe ausziehen und durch den Fluss waten. Meine Kollegen gehen vor. Mit Flip-Flops schreiten sie zügig durch den Fluss. Am Ufer ankommen, die Schuhe jedes Mal wieder anziehen.
Ich staune, wie zügig und behände meine Kollegen und die Mangyan, die wir unterwegs treffen, den schmalen und steinigen Weg mit ihren Sandalen entlang wandern.
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