Monatsarchiv für März 2008

 
 

Zum Lachen

von Roland Angerer

Lachender Junge, IndienIch glaube, jetzt habe ich es geschafft. Neulich hatten wir eine der monatlichen Sitzungen unseres Management-Komitees, und nach eineinhalb Jahren in Indien hatte ich zum ersten Mal das Gefuehl, so richtig in die Gruppe integriert und akzeptiert zu sein.

Woher ich das wissen will? – Ich habe einen Witz erzaehlt, und alle haben gelacht!

Nicht dieses Lachen, bei dem man/frau ein gequaeltes “Haha” zwischen den Zaehnen hervorpresst, weil der Chef was gesagt hat, das nur er komisch findet. Auch nicht die Situation, in der einige losbruellen, aber andere den Blick senken, weil sie sich peinlich beruehrt fuehlen oder gar zur Zielscheibe des Witzes werden.


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Eine starke Gemeinschaft

von Josef Decosas

Ein Lastwagen (hinten)An der Grenze faengt es an zu regnen. In wenigen Minuten ist alles nass, auch mein Gepaeck, das hinten auf der Ladeflaeche des Pickups liegt. Wir sind zu viert in der Kabine, und da ist kein Platz fuer Koffer. Der Grenzuebergang ist mit einigen Dutzend Lastwagen verstopft. Sie sind nebeneinander geparkt, in Zweier- und Dreierreihen auf beiden Seiten der Grenze, in Uganda und in Kenia. Wir koennen uns kaum durchschlaengeln.

Dies ist die Lebensarterie Ugandas und Zentralafrikas. Diese Strasse verbindet den Hafen von Mombasa mit dem Inneren Afrikas. Einige Wochen lang war sie gesperrt, als in Kenia um den Ausgang der umstrittenen Praesidentenwahlen gekaempft wurde. Jetzt ist sie wieder offen und die Tankwagen und Container-Brummis sind wieder unterwegs. Anscheinend besteht Nachholbedarf, darum herrscht hier Chaos.


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Rueckfahrt nach Monrovia

von Alice Behrendt

Über Schotterpisten in einem vollbesetzten Auto nach Monrovia.Meine Zeit in der Kleinstadt Voinjama neigt sich dem Ende zu, die Projektvorbereitungen sind abgeschlossen. An einem Samstagmorgen trete ich den langen Rueckweg ueber die Schotterpisten in einem vollbesetzten Auto nach Monrovia, der Hauptstadt Liberia’s, an. Es ist sehr heiss und nach 15 Minuten Buckelpiste gibt die Klimaanlage den Geist auf. Es gibt nur einen Ausweg: Fenster auf! Das hat jedoch in der Trockenzeit unangenehme Konsequenzen. Innerhalb kuerzester Zeit sind wir alle mit einer soliden Schicht von Staub eingedeckt. Und es ist trotzdem so heiss, dass uns der Schweiss in Baechen am Koerper runterlaueft. Wir setzen unseren Weg ohne Klimaanlage durch den wunderschoenen Regenwald fort. Die Piste ist voller Schlagloecher und tiefer Schlammfurchen und wir werden gewaltig durcheinander geschuettelt. Ich nicke trotzdem nach zwei Stunden ein – und werde durch einen kraeftigen Schlag auf den Kopf wieder aufgeweckt.

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Kulinarische Geschenke

von Stefanie Conrad

Ein SchafIch sitze bei der grossen Moschee direkt am Meer und beobachte, wie senegalesische Kinder Schafe ins Meer treiben, um sie dort zu waschen, bevor sie zum Schlachten gebracht werden. Das Salzwasser und die gleissende Sonne bleichen das Fell. Das Bloeken der Schafe erinnert mich an eines meiner zahlreichen kulinarischen Geschenke, die mir im Laufe meiner Zeit “im Field” gemacht worden sind: das Omo-Schaf, Geschenk eines Chef-Kanton im Bezirk Est Mono in Togo.


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Auf einem Fahrradtaxi

von Josef Decosas

Ein Fahrradtaxi mit Sitzpolster auf dem GepäckträgerSam ist heftig am Schwitzen. Meine 95 Kilogramm machen ihm zu schaffen. Aber er laesst nicht nach. Schliesslich kann er von mir ja auch den doppelten Preis verlangen, und er weiss ich werde ohne Protest zahlen.

Sam ist mein Taxifahrer, der mit viel Schweiss und Muehe den sanften Anstieg der Hauptstrasse Kisumus bekaempft, waehrend ich auf dem gepolsterten Ruecksitz seines chinesischen Fahrrads Marke Hero mein schlechtes Gewissen pflege. Vorbei am ausgebrannten Supermarkt, vor einem Monat gepluendert aus Rache an einer angeblich gestohlenen Präsidentschaftswahl in dieser Hochburg der damaligen Oppositonspartei Kenias. Jetzt ist wieder Frieden im Land. Es wird an einer grossen Koalition geschmiedet. Der ehemalige Oppositionsfuehrer aus Kisumu ist jetzt Kanzler geworden, aber die geschwaerzten Ruinen in dieser Provinzhauptstadt am Ufer des Viktoriasees erinnern an einige heisse Wochen.

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Gedanken über Pakistan

von Roland Angerer

Plan Mansehra, PakistanDas war schon ein Schock, als wir die Nachricht von der Tragoedie in unserem Nachbarland Pakistan bekamen! Ich habe mir versucht vorzustellen, was ich so fuehlen wuerde, wenn ploetzlich zwoelf schwerbewaffnete Maenner in mein Buero stuermten und wild um sich zu schiessen begaennen, so wie das im Februar in dem Programmbuero Mansehra in Pakistan passierte.

Das traurige Ergebnis: vier Tote (drei Plan-Mitarbeiter und ein Freiwilliger aus einer Gemeinde), eine Reihe Schwerverletzter und ein niedergebranntes Buerogebauede, nachdem die Attentaeter einige Handgranaten hineingeworfen hatten, bevor sie verschwanden.


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