Mädchenschicksale
von Alice Behrendt(Fortsetzung des Beitrags vom 18. Februar) Wir arbeiten weiter an unserem Training und stellen individuelle Unterstuetzungsstrategien fuer die Kinder und ihre Familien zusammen. Jeder Fall ist schwierig und bedarf Zeit und Einfuehlungsvermoegen. Unsere Kapazitaet erlaubt uns lediglich, die schlimmsten Faelle in unser Folgeprojekt aufzunehmen. Wir diskutieren gerade notwendige Massnahmen fuer ein Maedchen, das von Fatmatah interviewt wurde. Aus Datenschutzgruenden werde ich das Mädchen Fema nennen. Fema ist 16 Jahre alt und hat beide Eltern im Krieg verloren. Sie hat ueber zehn Jahre in Fluechtlingskamps in Guinea gelebt, wo sie zeitweilig zur Schule ging.
Vor einem Jahr ist sie nach Sierra Leone zurueckgekommen, wo sie bei einem Onkel lebt, der sie schwer koerperlich misshandelt und ihr nur gelegentlich erlaubt, mit dem Rest der Familie zu essen. Fema haelt sich mit Prostitution ueber Wasser. Sie hat ein uneheliches Baby, dessen Vater sie nicht kennt. Das Baby ist in einer denkbar schlechten gesundheitlichen Verfassung. Fema hat vor drei Wochen beschlossen, sich das Leben zu nehmen, und gemeinsam mit einer Freundin Rattengift gekauft. Die Freundin starb, sobald sie das Rattengift trank. Fema wurde jedoch von einer Cousine abgehalten und zur Polizei gebracht, die sie nach einem Tag wieder nach Hause schickte.
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1. März 2008 um 10:28
Mir läuft ein Schauer über den Rücken, wenn ich das lese!
Auch in Deutschland gibt es Gewalt gegen Kinder und Jugendliche, aber hier wissen die Täter wenigstens, dass sie im Unrecht sind und werden bei Anzeige bestraft.
Ich hoffe, dass ihr vielen hoffnungslosen Mädchen wieder eine Perspektive geben könnt!
Manuela
12. März 2008 um 12:40
Das ist ja wirklich schrecklich. Hoffentlich wird es für Mädchen wie Fema bald eine bessere Zukunft geben !Kinder müssen besser geschützt werden, und vor allem auch junge Mädchen und Frauen.
Deshalb habe ich mich entschlossen eine Patenschaft zu übernehmen. Ich mache das erst seit Februar, habe aber gleich Arbeitskollegen davon erzählt und siehe da, sofort hat sich meine Kollegin auch dazu entschlossen. Jeder kleiner Schritt kann für die Menschen dort schon etwas ganz Großes bedeuten !