Bock auf Schule!
von Matthias Wevelsiep
Bochum, Ruhrpott, 1985, wieder ein Montag: Kein Bock auf Schule! Nicht ganz einfach, sich jeden Morgen aufzuraffen. Jedenfalls in meiner Klasse war die Frage, wie man gute Noten bekam, hauptsächlich eine Frage der Motivation. Jetzt lebe ich in Finnland, und auch hier ist diese Einstellung durchaus verbreitet. Irgendetwas verändert sich, wenn das Besondere zum Alltäglichen wird. Es wird als “gegeben” angenommen und langsam fängt Schule an zu nerven.
Unterwegs in Sierra Leone zum Beispiel: Nach langem Bürgerkrieg fahre ich von der Hauptstadt Freetown in Richtung Osten, in die Stadt Makeni. Dort sehe ich wie Schülerinnen und Schüler in die Klassen drängen. In die Schule zu gehen ist in vielen Ländern ein Privileg. Als Lehrer ist dort ein junger Mann tätig, er hat eine Art Realschulabschluss, ohne Lehrerausbildung macht so gut er kann Unterricht. Bezahlt wird er auch nicht vom Staat, aber die Gemeinde, in der er arbeitet, unterstützt ihn. Kaum Platz, wenig Unterrichtsmaterial, viele Kinder pro Klassenraum – und dennoch versuchen die Kinder, ihr Bestes zu geben. Als ich die Staubpiste in Richtung Freetown zurückfahre, kommen die Bilder meiner Schulzeit wieder ins Gedächtnis, zum Beispiel die Debatten im Schülercafe, ob es noch sinnvoll wäre, an der nächsten Stunde teilzunehmen. Egal wie gut der Kaffee damals geschmeckt hat, die Debatte erscheint nach den Eindrücken in Makeni eigenartig.
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4. Februar 2008 um 13:00
…So wunderbar, dieser Blog. Allein die zwei Geschichten sind schon toll, finde ich, denn die Schreiber scheinen das zu nutzen, um bestimmte Dinge Revue passieren zu lassen, die sie wirklich beschäftigen. Macht Lust auf mehr! A.