Mein großer Tag

von Donnady

Donnady

Hi, mein Name ist Donnady. Ich komme von den Philippinen, aus einer Stadt namens Lope de Vega. Ich bin 16 Jahre alt und werde Ende des Monats die Schule abschließen. Zum Glück gehöre ich zu den Besten meiner Klasse und habe ein Stipendium für die Universität!

Seit dem 27. Februar bin ich auf Einladung von Plan zur 54. Sitzung der Frauenrechtskommission der Vereinten Nationen in New York.

Gestern war mein großer Tag. Ich habe auf drei Veranstaltungen gesprochen. Je näher der Moment kam, desto nervöser wurde ich: Was werden sie sagen, falls ich einen Fehler mache? Ich sagte mir, dass wir alle Fehler machen und dass es nichts gibt, wovor ich Angst haben muss.

Vor der ersten Diskussionsrunde von Unicef am Nachmittag waren alle Vortragenden zum Mittagessen eingeladen. Ich kam mir ganz klein vor, weil um mich herum nur bekannte Persönlichkeiten saßen. Aber dann sagte die ehemalige irische Präsidentin, Mary Robinson, zu mir, ich hätte die stärkste Stimme von ihnen allen, denn ich sei viel näher am Thema “Mädchen” als sie alle. Ich war überrascht, aber ihre Worte haben mir Mut gemacht und mich darin bestärkt, mein Bestes zu geben.


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Die Frauenrechtskommission aus der Sicht eines Mannes

von Alex Munive

Alex Munive ist Gender Referent von Plan Finland. Er setzt sich zusammen mit den anderen Mitgliedern der Plan Delegation für die Gleichberrechtung von Mädchen und Jungen bei der Frauenrechtskommission ein.

Tausende von Frauen (und sehr wenige Männer) aus aller Welt treffen sich in der Frauenrechtskommission und diskutieren die Umsetzung der Pekinger Erklärung, ihre Erfolge und die Aktionsplattform nach 15 Jahren. Peking, der Meilenstein für die weltweite Frauenbewegung, bewirkte die internationale Anerkennung der Frauenrechte als Menschenrechte.  Und wichtiger noch, es lieferte den Staaten spezifische Vorschläge und Aktionen zur Erreichung der Gleichberechtigung. Ich nehme an dieser Veranstaltung in meiner Funktion als Gender Experte meiner Organisation und als Mitglied der ihrer Delegation teil. Meine Aufgabe ist es, mich für die Gleichberechtigung einzusetzen - mit einem besonderen Fokus auf die Gleichberechtigung zwischen Jungen und Mädchen.


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Unser großer Tag bei der UN

von Amy

Ich bin müde, erschöpft und total ausgepowert. Heute war es total verrückt! Natürlich. Denn es war der Tag des großen, beängstigenden und einschüchternden BAN KI-MOON!!!!!!!!!!!!

ABER ICH HATTE NICHT EINMAL EINE CHANCE IHN ZU TREFFEN, LEIDER! :-(  Naja – dazu kommen wir aber gleich.

Der Morgen began voller Spannung. Ich wachte auf, sah den Himmel, und das Wetter war total grausig. Vielleicht war diese Laune der Natur ein Vorbote für mein aufgewühltes Herz…

JEDENFALLS:
Als wir am UN-Gebäude ankamen, trafen wir Roxanna und die anderen Teilnehmerinnen an der Podiumsdiskussion.  Wir warteten bis zur ALLERLETZTEN MINUTE um rein zu gehen und ich setzte mich in die erste Reihe vor der Bühne.


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Saba und der internationale Mädchentag

von Saba

Saba (17) ist eines der drei Mädchen, die für Plan bei der 54. Sitzung der  UN-Frauenrechtskommission in New York die Meinung von Mädchen zusammen mit Amy (17) aus Kanada und  Donnady (16) aus den Philippinen vertritt. Die Schülerin Saba ist Kanadierin und setzt sich im Rahmen von “Because I am a Girl” für die Rechte von Mädchen ein. Sie schreibt hier, wie Amy, von ihren Erfahrungen in New York.

Hey, hey!
Ich wachte auf und sah zur schlafenden Donnady hinüber und dann sah ich in die andere Richtung und da lag Amy. Dann realisierte ich plötzlich… ich war in New York! Heute morgen hatte ich mein Live-Interview mit Radio CHML in Hamilton. Ich war zuvor noch nie live im Radio und deswegen ernsthaft nervös. Das Telefon wurde mir gereicht, bevor ich überhaupt darüber nachdenken konnte, wie sich meine Stimme anhören würde oder … noch wichtiger … was ich sagen sollte! Ich glaube, ich habe die Fragen ganz gut beantwortet; Ich sprach über den Mädchentag und die Probleme, mit denen Mädchen zu kämpfen haben. Meine Familie war richtig stolz auf mich (sollte sie auch sein).

Wir gingen zu UNICEF für ein weiteres Interview, aber irgendwie hatten wir den Termin durcheinander gebracht und es war gar nicht heute. Also gingen wir in ein Café und ich hatte ein weniger leckeres Frühstück – Warnung an alle: Haferflocken schmecken nicht. Heute war mein großer Tag: unser Event für den Mädchentag! Ich war super aufgeregt und konnte es kaum erwarten, meine Präsentation vorzutragen. Aber erst mussten wir üben und üben und üben und unweigerlich … nochmal üben.


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Frauenrechte und “Big Apple”

von Amy

Amy (17), in Shenyang, China geboren, lebt jetzt mit ihrer Familie in Toronto, Kanada. Sie setzt sich für die Rechte von Mädchen und für den Schutz der Umwelt ein, unter anderem im Rahmen der “Because I am a Girl” Initiative von Plan. Amy vertritt Plan morgen zusammen mit zwei anderen Mädchen bei der Podiumsdiskussion “Beijing wird 15: Die unvollendete Agenda” bei der 54. Sitzung der UN-Frauenrechtskommission in New York. Sie wird hier für uns über die Sitzung bloggen.

Die Eröffnungsveranstaltung der UN. Ein Workshop nur für Mädchen. Eine Tour durch “Big Apple” als krönender Abschluss. Und ein Pressetermin. Was will ein Mädchen mehr?

Genau so habe ich mich den ganzen Tag gefühlt. Heute hatte ich die erstaunliche Gelegenheit, die UN in Aktion zu erleben. Ja, ich konnte den Fachbegriffen nicht ganz folgen, aber ich bilde mir ein, mich im Thema auszukennen und die eine oder andere Anspielung verstanden zu haben. Bei der Eröffnungsveranstaltung  erfuhr ich, wie die Leute auf der UN-Ebene die Ungleichheit der Geschlechter sehen und die Probleme, mit denen Mädchen heute konfrontiert werden. Ich kann es definitiv kaum erwarten, wieder zu kommen!


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Erholung von der Welt

von Heidi Reed

Als ich vor zwei Wochen in Haiti ankam, wurde mir gesagt, dass die Straße von Port-au-Prince nach Jacmel zu einer der Gefährlichsten gehört. Sobald es zu regnen anfängt, machen Schlammlawinen die Straße unpassierbar.

Plan Haiti hat ein Büro in Jacmel, einer Hafenstadt im Südwesten des Landes. Vor dem Erdbeben war sie bekannt für ihre pittoresken kolonialistische Architektur und lebendige Kunst-Szene. Ich hatte den Film von Plan gesehen, wo Tausende von Zelten über den Seeweg aus der Dominikanischen Republik gerade mal ein paar Tage nach dem Erdbeben an Land gebracht wurden. Die Stadt war stark beschädigt und die Menschen von allen Versorgungswegen aus Port-au-Prince abgeschnitten.

Am Freitag erfuhr ich, dass Marc-Antoine Lefedor, Leiter der EDV Abteilung von Plan Haiti, am nächsten Tag nach Jacmel reisen würde, um nach seinem Team zu sehen. Ich fragte, ob ich mitreisen kann, denn ich wusste, es würde die letzte Möglichkeit sein, vor meiner Abreise dorthin zu fahren. Ich wollte sehen was genau mit den Zelten passiert war.

Samstag war ein klarer blauer Tag und ich verschwendete keinen einzigen Gedanken an den Regen. Obwohl die Straße, die zum Berg führte, an einigen Stellen Risse und Verwerfungen hatte, fühlte ich mich sicher. Die Straße war lang und gewunden, aber gut asphaltiert. Wir kamen durch den Ort Leogane, dem Epizentrum des Erdbebens. Dort kauften so viele Menschen Obst, Gemüse und Kleinigkeiten am Straßenrand, dass wir hupen mussten, damit wir durchkamen. Es war Markttag.


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Haiti: Schutzzonen für Kinder und Frauen

von Heidi Reed

Tap-Tap, so heißen die vielen bunten Busse, die in jeder erdenklichen Größe und Form durch Haiti fahren. Während ich im Stau stehe, lese ich ihre handgemalten Botschaften, die von einer tiefen spirituellen Gläubigkeit der Haitianer zeugen: One Love. Ave Maria. L’eternal est grand. Miracles. Patience. Benediction Divine.

Nachts höre ich oft die Menschen singen oder quirlige Tanzmusik spielen. Das Zusammenspiel von Liebe, Glaube und Hoffnung lässt mich glauben, dass in Haiti alles in Ordnung ist.

Armut nimmt einem weder die Würde noch die Freude und sie hält auch keine schöne Braut von ihrer Hochzeit ab. Sie stellt jedoch Friede und Freude, die aus einem Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit entstehen, vor herzzerreißende Herausforderungen.
Es ist bekannt, dass Haiti schon vor dem Erdbeben sehr komplexe soziale Probleme hatte. Aber jetzt, in den großen provisorischen Zelt-Camps, die neben den menschenleeren Gemeinden entstanden sind, werden des Nachts Frauen, Mädchen und höchstwahrscheinlich auch kleine Jungen ihres Rechts auf persönlichen Schutz beraubt – mehr als je zuvor.

Der Weg zur mobilen Toilette oder dem freien Feld ist am schrecklichsten (je nach Qualität des Camps). Viele Frauen und Mädchen tragen jetzt zu ihrem Schutz zu jeder Zeit Jeanshosen.

Ich verbrachte einen Tag mit Andrinette Cadet, der Gesundheitsberaterin von Plan Haiti. Sie erzählte mir, dass sie seit 20 Jahren in Initiativen arbeitet, die sich für den Schutz von Mädchen und Frauen vor Gewalt engagieren.

Ich besuchte mit ihr zusammen ein Treffen, das vom Ministerium für Frauengesundheit ausgerichtet wurde. Dort wurde diskutiert, wie Regierung, Polizei und Nichtregierungsorganisationen am besten zusammenarbeiten könnten, um die geschlechtsspezifische Gewalt in den Camps zu reduzieren.

Auf dem Rückweg bat ich Andrinette, mir die Gründe für die Gewalt in den Camps zu erklären. Sie sagte sehr frustriert, dass viele Männer Glauben, Frauen und Mädchen seien nur für den Sex da. Ihre Meinung wird auch noch durch die traurige Tatsache bestätigt, dass die Opfer sich nicht trauen, dagegen zu sprechen oder sich zu verteidigen.

Seit dem Erdbeben arbeiten Organisationen wie UNICEF, Plan, World Vision und Save the Children sehr hart daran, Hunderte von kinderfreundlichen Zonen im gesamten Erdbebengebiet einzurichten und den Kindern zu helfen zu singen, spielen und ihr Trauma zu bewältigen.

Plan hat diese Zonen für verschiedene Zwecke eingerichtet. Wenn die Kinder sie am Nachmittag verlassen haben, werden sie zu Anlaufstellen für Frauen: Sichere Orte, wo sie über ihre Erfahrungen sprechen können. Erfahrungen, die nur die Frauen in Haiti machen.

Hochzeitsglocken in Haiti

von Heidi Reed

Am Freitag erhielt ich in Croix-des-Bouquets einen unerwarteten Anruf. Ich sollte unbedingt am späten Nachmittag in Port-au-Prince sein. Guerdy, die Personalleiterin von Plan Haiti, hatte vor zu heiraten und ich sollte helfen Fotos zu machen. Eine Kollegin von Plan Kanada, ein weiterer Kollege vom Plan-Büro und ich machten uns auf den Weg.

Nach einer langen verkehrsreichen Fahrt erreichten wir die Kirche. Ich konnte kaum glauben, dass wir am richtigen Ort waren. Neben der Kirche lag der allergrößte Trümmerhaufen, den ich jemals gesehen habe – ungefähr zehn Meter hoch. Und oben drauf lagen ineinander verheddert, ein paar verbogene Stühle. Die Stühle waren klein, gerade mal groß genug für Kinder. Erst jetzt realisierte ich, dass hier die Schule der Kirche zusammengefallen war. Der Geruch von Tod lag in der Luft - ein Geruch, wie man mir sagte, den man unmöglich vergisst.


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Haiti: Hoffnung für die Zukunft

von Heidi Reed

Das erste Mal traf ich Myriam Valme Joseph von Plan Haiti vor zwei nordischen Sommern, als sie für eine kurze Zeit im Büro von Plan USA arbeitete. Ich hatte Gelegenheit, sie zu interviewen und mehr über die beachtlichen Herausforderungen zu erfahren, vor denen die Kinder in Haiti stehen. Als wir uns verabschiedeten, ging ich davon aus, dass ich sie nicht wiedersehen würde.

Nachdem ich von dem Erdbeben erfahren hatte, galt mein erster Gedanke Myriam. Während ich in meinem Wohnzimmer saß und die Nachrichten im Fernsehen und die Neuigkeiten bei Facebook und Twitter auf meinem Laptop verfolgte, fragte ich mich, was sie und ihre Familie gerade durchmachen.

Ich wusste, dass Myriam eine starke haitianische Frau war, die ihren Uni-Abschluss in Europa absolvierte und nach Hause zurück gekehrt war, um das Land, das sie liebte zu unterstützen. So war ich gar nicht erstaunt, als in einem Film von Plan sah, wie sie Lebensmittel und Hilfsgüter verteilte und erzählte, wie sie nach dem Erdbeben nach Hause geeilt war, um dort ihren Mann vorzufinden, der seine Familie aus den Trümmern befreite, auch ihre junge Tochter.

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Heidi in Haiti: Der erste Tag

von Heidi Reed

Heidi Reed aus der Programmabteilung von Plan USA löst Steve Theobald in Haiti ab. Sie wird eine Woche lang die Kollegen von Plan Haiti bei der Pressearbeit unterstützen.

Die Busreise von der Dominikanischen Republik nach Haiti entwickelte sich zu einer langen aber faszinierenden achtstündigen Fahrt. Der klimatisierte Bus war voller heimkehrender Haitianer, die seit dem Erdbeben keine Chance hatten, ihre Familien zu besuchen.

Eine Mischung aus Angst und Aufregung überkam mich wegen der unbekannten Erfahrungen, die mich in Haiti erwarteten. Ich vertrieb die Zeit mit einem Gespräch mit einer Haitianisch-Amerikanischen Familie aus Brooklyn, New York. Sie erzählten mir, wie die Schwester mit ihrem Baby auf der Dachterrasse war, als das Erdbeben passierte. Und wie sie beide das dreistöckige Gebäude hinunter rollten, ohne einen Kratzer abzubekommen.

Sobald wir Haiti erreichten, änderte sich die Landschaft dramatisch. Direkt hinter der Grenze bedeckte hoch gewirbelter Kalk aus den naheliegenden Minen die Blätter der Bäume. Es sah wie eine verschneite Winterlandschaft aus.

Heute, an meinem ersten Tag in Haiti, besuchte ich zusammen mit einem auf Kinderschutz spezialisierten Kollegen eine Zeltstadt in Croix-des-Bouquets. Dort richtet Plan zusammen mit den Partnergemeinden, die dort untergebracht sind, eine kinderfreundliche Zone ein. Am Eingang zum Camp wurde ich herzlich begrüßt. Wir sprachen Französisch und das bisschen Kreol, das ich unterwegs aufschnappte. Ich fragte, ob sie mir das Camp zeigen könnten und sie willigten gerne ein. Die Zelte standen dicht beieinander, aber es gab eine breite “Hauptstraße“ und kleine, sich schlängelnde “Nebenstraßen.” Es war kein richtiges Camp und auch keine Stadt, eher ein Dorf.

Einige Zelte hatten Verzierungen, wie zum Beispiel ein kleines Stück Stoff mit der Aufschrift “Happy Holidays.” Eine selbst gehäkelte Decke war zu einer attraktiven Seitenwand geworden. Eine Frau kann überall ein Zuhause einrichten, dachte ich bei mir. Und trotzdem verdient jede Frau ein Heim, das sie und ihre Familie schützt. Dies ist für Haiti eine dringende Notwendigkeit.

Kurz bevor ich gehen muss, kommt ein kleiner Junge vorbei. In der Hand ein perfekt geometrischer Drachen, den er aus Stöcken und Band hergestellt hat. Inmitten dieser provisorischen Zeltstadt hatte er etwas gebastelt, das wunderschön war und fliegen konnte.